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Gut ausgeschlafen spazieren wir am Neujahrsmorgen zum Strand von Los Escullos. Bei einem Lokal treffen wir auf die letzten Gäste einer Silvesterparty. Einige von ihnen schlafen den Rausch auf den Felsen aus.

Uns interessieren die gewaltigen Steinformationen. Mit viel Fantasie lassen sich endlos viele Tiere, Gesichter und Gestalten erahnen.

Wir freuen uns über den wolkenlosen Himmel und die Bikinitemperaturen. Schöner könnte 2019 nicht beginnen!

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Am Berchtold-Tag brechen wir rechtzeitig zu einer wunderbaren Radtour auf. Eigentlich ist die Bucht von «Mónsul» das Ziel. Doch diese lassen wir erst mal aus und folgen weiter einer Schotterstrasse.

Bei einer Schranke ist dann für den motorisierten Verkehr Schluss und der Weg gehört den noch wenigen Fussgänger und Biker. Unterwegs treffen wir auf ein belgisches Paar, dass sich bei uns nach dem Weg zu den «Salinas» erkundigt. Gemeinsam versuchen wir die Route zu bestimmen.

Auf der «Vela Blanca» stehen wir 212 Meter über dem tiefblauen Meer und geniessen zusammen mit ein paar einheimischen «Gümmeler» die prächtige Sicht. Etwas weiter östlich beim «Mirador las Sirenas» steht ein Leuchtturm. An einigen Stellen ist zu erkennen, wo einst die Lava ins Meer floss.

Nach einer rassigen Abfahrt ist dann beach-time angesagt. Der Sand in den kleinen Buchten «Mónsul» und «Cala Media Luna» ist vulkanischen Ursprungs und deshalb schwarz-grau. Das Wasser ist glasklar und der Himmel einmal mehr wolkenlos.

Unterwegs treffen wir wieder auf eine Ziegenherde. Beim «Playa de los Genoveses» ist dann das Touristenaufkommen schon grösser und auch auf der Fahrt zurück nach San José kommen uns viele Fahrzeuge entgegen und wir werden mal wieder paniert mit dem feinen Sand.

Leider ist unser Gemüsehändler heute nicht zugegen und so kaufen wir im Supermarket ein.

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Der erste Arbeitstag im neuen Jahr (3. Januar) steht bei uns im Zeichen von Aufräumen, Fahrzeug reinigen (innen und aussen), Bettzeug lüften und und und...

Am späteren Nachmittag setzt sich dann unser Nachbar Patrice aus Frankreich zu uns. Wir trinken eine von ihm spendierte Flasche Weisswein und tauschen uns aus. Irgendwann wir es dann zu kühl und wir machen es uns im Womo gemütlich während er sich in sein Zelt zurückzieht.

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Irgendwie kommt uns das Wohnmobil der neuen Nachbarn gegenüber bekannt vor. Und tatsächlich sind es Lynda und Grey aus Neuseeland. Wir haben die beiden anfangs Dezember Mitten in Tarifa kennengelernt und auf demselben Campingplatz gewohnt. Wir freuen uns über das Wiedersehen und unterhalten uns über das bisher Gesehene und Erlebte.

Nach langer Zeit drehen wir mal wieder eine Joggingrunde. Wir nehmen es geruhsam, laufen zum Meer und dann noch ein Stück der Küste entlang. Was für eine Kulisse zum Trainieren! Nach knapp 6 km kehren wir zufrieden zurück; wir haben das Joggen nicht verlernt.

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Am Samstagmorgen brechen wir zusammen mit einer munteren Truppe von Campern zu einer Wanderung auf. Mit von der Partie sind Patrice aus der Normandie, Bernard aus den Pyrenäen, Christy aus England und ihr Partner Peter aus Wales, Lynda und Greg aus Neuseeland und wir zwei Schweizer Weltenbummler.

Als Bergler übernimmt Bernard die Rolle des Bergführers und bringt uns sicher auf den Gipfel des «El Fraile» auf 493 m.ü.M. Die Aussicht auf der höchsten Erhebung der Gegend ist einmal mehr fantastisch und die Stimmung bestens.

Alle haben ein kleines Picknick dabei und stärken sich nach dem teils steilen und weglosen Aufstieg. Nachdem alle verschwitzen Hemden wieder trocken sowie der Hunger und Durst gestillt sind, führt uns Bernard wieder sicher hinab.

Da wir beide sowohl Englisch als auch Französisch sprechen, fungieren wir an diesem Tag auch als Dolmetscher für all jene, die nur einer der Sprachen mächtig sind. Das macht echt Spass und fordert.

Nach der Rückkehr heisst es bei uns noch Wäsche waschen, Dreikönigskuchen backen und relaxen.

Am Abend sind wir gerade am Kochen als Greg anklopft und fragt, ob wir am Sonntag mit ihnen auf eine Radtour kommen. Das passt perfekt und wir freuen uns.

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Bei herrlichem Wetter brechen wir zu viert auf. Den ersten Teil der «Caldera de Majada Redonda» kennen wir bereits von einer Wanderung, heute durchfahren wir den ganzen Talkessel.

Einmal verpassen wir die Abzweigung und landen immer im Dickicht. Plötzlich stehen wir vor einem «gesteinigten» Auto und fragen uns, wie das Fahrzeug wohl hierher gekommen ist.

Die kupierte Route führt über Schotterwege bis nach Los Albaricoques, dann geht’s auf asphaltierten Strassen weiter bis nach Las Negras. Direkt am Meer lassen wir uns nieder, geniessen ein Picknick, wehren uns gegen streunende Hunde und lachen viel.

Nach Rodalquilar gilt es nochmals einen steilen Anstieg zu bewältigen, bevor es dann wieder runter zu einem schönen Aussichtspunkt geht. Bei La Isleta del Moro kennt dann Greg einen Küstenweg zurück zum Camping. Das wird nochmal zu einer kleinen Herausforderung und an manchen Stellen müssen wir die Bikes stossen oder tragen. Doch wir kehren heil und sehr zufrieden zurück. Ein toller Tag mit ganz lieben Menschen!

Dann heisst es schon erste Vorbereitungen für die Weiterreise zu treffen und ein leckeres «Rice made by Andy» zu geniessen.

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Nach 17 Nächten am «Cabo de Gata» ziehen wir weiter. An der Rezeption werden uns nur 15 Übernachtungen belastet und so fällt die Rechnung erstaunlich günstig aus.

Dann verabschieden wir uns von allen Bekannten und neuen Freunden, mit denen wir in den letzten Tagen tolle Touren erleben durften. Es waren sehr bereichernde Begegnungen.

Das «akrumobile» springt trotz längerem Stehen sofort an. Ein erster Supermarkt auf der Weiterfahrt ist geschlossen und wir sind etwas verunsichert; ist heute ein Feiertag? In der Nähe von Puerto de Mazarrón können wir dann aber unsere Einkäufe erledigen und die Vorräte ergänzen.

Der Campingplatz «Los Madriles» ist in der Nähe der Ortschaft Isla Plana und liegt auf verschiedenen Terrassen. Am Empfang erklärt man uns, dass genau noch ein Platz frei sei. Obwohl die Bodenbeschaffenheit der Parzelle nicht optimal ist, checken wir für drei Nächte ein. Die sonnige Lage und etwas Meerblick lassen den Kompromiss zu.

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Nun zieht es uns bereits wieder zu einem nächsten Kap. Mit den Rädern erkunden wir das «Cabo Tiñoso». Das hügelige Gebiet ist teilweise Naturpark und voller Überraschungen.

Auf dem «Cerro de los Siete Cucones» gucken wir von 379 m.ü.M. auf die Küste, das Meer und sogar bis zu unserem Campingplatz. Auf dem steinigen Boden gedeihen Sukkulenten und am Wegrand duftet es herrlich nach Rosmarin. Kleine Eidechsen huschen ins Dickicht.

Nach rassigen Abfahrten folgen steile Aufstiege und so erreichen wir die «Baterias de Cabo Tiñoso». Dabei handelt sich um die Ruinen einer alten Festung. Die Anlage erstreckt sich über mehrere Felsen und bietet wunderschöne Aussichten.

Die schweren Kanonen sind zum Glück stillgelegt und dienen heute als Fotosujet.

In einer malerischen Bucht warten zahlreiche Frachter um in den Hafen der nahen Stadt Cartagena einzulaufen.

Die Rückfahrt führt über dieselbe kupierte Strecke. In Isla Plana folgen wir einem Wegweiser eines Shops für Campingbedarf. Hier bekommen wir die schon länger gesuchten Heringe und können so wieder etwas auf der «to-do-Liste» streichen.

Anschliessend ist mal wieder Liegestuhlzeit und Lesen angesagt bis sich die Sonne hinter dem Hügel verabschiedet.

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Am Mittwoch ist ein «Wellness-Tag» angesagt. Vormittags stöbern wir in der Bibliothek des Campings und tauschen die gelesenen Bücher gegen andere aus.

Die grosse Poolanlage hat einen künstlichen Rasenbelag, der sich bestens für Yoga eignet. Danach schwimmen wir ein paar Runden im beheizten Salzwasserbecken und relaxen auf den Liegestühlen. Herrlich.

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Nachdem die Rechnung bezahlt und das Grauwasser entsorgt ist, machen wir uns auf den Weg. Bei einem Stopp tanken wir «Grünfutter», Diesel und Gas.

Auf der N-332 ist das Verkehrsaufkommen sehr hoch. Das sind wir uns fast nicht mehr gewohnt. Doch bis nach La Marina sind es nur knapp 100 km. Hier werden wir schon sehnlichst erwartet. Esther/Mutter und Toni begrüssen uns bei der Rezeption vom «La Marina Resort». Welch schönes Wiedersehen nach so langer Zeit.

Die beiden haben für uns eine schöne Parzelle reservieren können. Vielen Dank! Ohne Vorbuchung geht hier gar nichts. Der Campingplatz ist trotz des relativ hohen Preises immer voll belegt.

Wir sind gerade beim Einrichten da kommen schon Karin und Uwe vorbei und heissen uns ebenfalls Willkommen. Sie haben unsere bisherige Reise auf dem Blog verfolgt und wir freuen uns auf einen persönlichen Austausch.

Dann kommen wir bei Esther und Toni in den Genuss eines leckeren Käse-Fondue. Es gibt viel zu Erzählen und die Zeit vergeht im Flug.

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Heute sind wir zu viert unterwegs um einiges zu erledigen. Andy bestellt beim Optiker neue Brillengläser und beim Zahnarzt buchen wir Termine für die Zahnreinigung.

In einer «Urbanización» (Wohnkomplex / Quartier mit Ferienwohnungen) zeigen uns die beiden verschiedene Einkaufsläden und schliesslich fahren wir noch zu einem andern Camping um dort einen Kaffee zu trinken. Am Nachmittag erkunden wir die riesige Anlage mit den Läden und dem grossen Freizeitangebot. Dies werden wir in den nächsten Wochen sicherlich nutzen.

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Die Tage in La Marina sind abwechslungsreich und gleichwohl entspannend.

 Klick auf das Bild um das Verhalten des Vogels zu sehen

Wir geniessen ausgedehnte Spaziergänge am Meer, schlendern entlang der Promenade in Santa Pola, besuchen angebotsreiche Märkte und unternehmen Radtouren. An einem sonnigen Nachmittag treffen wir Bekannte aus Dietwil in La Mata. Die beiden verbringen die Wintermonate auch hier im Süden und wir freuen uns über ein Wiedersehen in einem Strandbeizli. 

In gemütlicher Runde feiern wir Geburtstage und finden immer weitere Gründe für Apéros und geselliges Zusammensein.

Das Wetter ist wechselhaft und leider nicht so warm, wie wir es uns wünschen. Doch das tut der guten Stimmung nichts an. Ändern lässt es sich eh nicht.

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Ein Radausflug führt uns zuerst entlang eines Bewässerungskanals. Hier taucht dann zu unserer grossen Freude ein Eisvogel auf. Der sehr scheue Vogel lässt sich allerdings nur ganz kurz bestaunen und verschwindet schnell wieder im Dickicht des Schilfs. Einmal mehr eine tolle Beobachtung.

Ebenfalls auf Federvieh treffen wir im Naturschutzgebiet «El Fondo». Die Seen und das teilweise sumpfige Ufergebiet ist die Heimat von Enten, Blesshühner und unzähligen Flamencos.

Holzstege führen zu sogenannten Observationsstellen. Wir geniessen die Ruhe, die Weitsicht und die recht saubere Luft.

Bei der Rückfahrt können wir einmal mehr die eindrücklichen Berge von der Salzgewinnung bestaunen.

Wir nutzen die Zeit und gehen in Rojales zu einer grossen Garage, die unsere Pneus tauschen. So kommen die bereits stärker abgefahrenen Vorderräder von vorne nach hinten und umgekehrt.

Und natürlich zieht es uns immer ans nahe Meer. Bei einem Spaziergang zeigt sich das Wetter besonders dramatisch und faszinierend zugleich.

Ganz im Geheimen hat Andy zum meinem runden Geburtstag Verwandte aus der Schweiz nach La Marina gelotst. Ein Sohn von Andy ist mit seiner Freundin angereist und aus der Westschweiz ist der Onkel mit seiner Frau nach Spanien geflogen. Welch tolle und gelungene Überraschung!

Wir geniessen wiederum gesellige Apéros, ausgezeichnetes spanisches Essen, und haben ganz viel zu erzählen. Ganz herzlichen Dank an alle!! Die Zeit mit euch war super!

Der Januar geht langsam aber sicher zu Ende und wir sind nun schon 10 Monate unterwegs. Bald heisst es in La Marina «tschüss» sagen. Die Wochen hier waren wunderschön.

Doch bevor wir aufbrechen, radeln wir noch rund 20 km nach Elche/Elx. Die Stadt im Hinterland ist für seine Palmenhaine bekannt. Hier steht die grösste Palmenpflanzung von Europa mit derzeit rund 11'000 Palmen. Bereits die Mauren haben in der Gegend die Dattelpalmen kultiviert.

Entlang der Strecke stossen wir auf die ersten Frühlingsboten: die Mandelbäume tragen feine, weisse Blüten und verschiedene Blumen bilden einen farbigen Kontrast zur sonst trockenen und staubigen Landschaft.

Wir freuen uns auf viele weitere bunte und sonnige Tage.

 

Unsere Route vom 1. - 31. Januar 2019

Distanz San José (Níjar) - La Marina: 328 km (total 22'417 km)

Mit dem Bike unterwegs: 232 km (total 2'803 km)

 

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