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Anfangs Februar lassen wir uns für drei Nächte in Calp(e) nieder. Die Reservation auf einem der sehr beliebten und entsprechend gut ausgebuchten Campingplätze hat nach mehreren Anläufen geklappt. So können wir uns auf einer kleinen, doch sonnigen Parzelle einrichten.

Calp hat sich wie viele Ortschaften an der Costa Blanca zu einem beliebten Touristenziel entwickelt; mit allen Vor- und Nachteilen. Unzählige Wolkenkratzer mit meistens leerstehenden Wohnungen prägen das Bild. Die Stadt hat ca. 30'000 ständige Einwohner, im Sommer steigt die Zahl auf bis 200'000. Unvorstellbar was dann hier abgeht...

Doch zu dieser Jahreszeit ist es hier friedlich und trotz Wind angenehm warm. Bis ans Meer sind es nur ein paar Gehminuten. An der autofreien Promenade lässt sich herrlich schlendern.

Über Treppen steigen wir zur Kapelle «Ermita de San Salvador» auf einer Anhöhe. Von hier aus öffnet sich eine erste Sicht auf die Küste und das Umland.

Der Rückweg führt uns durch die malerischen Gassen der kleinen Altstadt und dann entlang der Lagune. In den «Salinas el Saladar» treffen wir auf Flamencos, die im seichten Wasser unermüdlich nach Futter suchen.

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Nach einem wettertechnisch durchzogenen Start schnallen wir gegen Mittag die Wanderschuhe an und ziehen los. Unser Ziel ist der markte Kalkstein-Felsen «Penyal d’Ifac». Der Aufstieg auf den 332 Meter hohen Felsen erfolgt über einen teilweise schmalen und steilen Bergweg sowie durch einen Tunnel. An heiklen Stellen sind Seile oder Ketten als Sicherung angebracht. Der Pfad erinnert uns an die Route auf den Grossen Mythen bei Schwyz.

Unterwegs fallen noch ein paar letzte Tropfen Regen und sofort bildet sich ein Regenbogen von den Salinas bis ins Mittelmeer. Danach setzt sich dann die Sonne vollständig durch.

Auf dem Gipfel erfreuen wir uns dann über eine unbeschreiblich schöne 360-Grad-Sicht (Bilder gucken!). Wir sind zwar nicht alleine, doch es hat genug Platz für alle. Auch für ganz viele Möwen, die ununterbrochen aus voller Kehle schreien und sogar eine magere Katze bettelt um Futter.

Auch beim Abstieg ist Konzentration und Trittsicherheit gefragt. Auf Meereshöhe empfängt uns dann wieder ein starker Wind, der uns auch durch die ganze Nacht begleitet. Doch im Womo ist es gemütlich und wir stossen auf einen schönen Ausflug und das Wochenende an.

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Bei unserem Nachbarn scheint die Heizung defekt zu sein und er hat einen entsprechenden Handwerker auf den Platz bestellt. Da auf dem Servicewagen ein Hinweis auf Camperbedarf steht, fragen wir den Mechaniker, ob sie eventuell auch Gaskartuschen verkaufen. Leider nein, ist die Antwort. Doch in der Stadt soll es eine «Ferretería» (Eisenwarenhandlung) mit Gasverkauf geben.

So führt uns der heutige Stadtrundgang in den gut assortierten Laden und tatsächlich finden wir das gesuchte Teil.

Nachdem wir gestern auf den «Penyal d’Ifac» gestiegen sind, wandern wir heute am Fuss des mächtigen Felsen. Auf dem schön gestalteten Weg bläst uns ein starker Wind um die Ohren. Die Wellen spritzen übers Ufer und wir bekommen eine kleine Dusche ab.

Beim kleinen, aber feinen Hafen ladet die «Taberna del Port» zur Einkehr ein.

Auch der zweite grosse Strand von Calp, die «Playa de Levante o La Fossa», liegt in einer malerischen Bucht und macht einen gepflegten Eindruck. Im Sommer liegen hier die sonnenhungrigen Touristen wohl dicht nebeneinander bis die riesigen Hochhäuser ihre Schatten auf den Sand werfen.

Der Wind hat uns schon den ganz Tag begleitet, doch was in der Nacht abgeht, ist kaum zu beschreiben. Stürmische Böen rütteln ununterbrochen am «akrumobile» und rauben uns den Schlaf. Glücklicherweise haben wir alles sicher im Fahrzeug verstaut und auch die Satellitenschüssel rechtzeitig hinuntergefahren.

Unsere britischen Nachbarn kämpfen die halbe Nacht mit dem Vorzelt und versuchen dessen «Abflug» zu verhindern.

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Irgendwie fühlen wir uns nicht so erholt wie sonst. Doch nach einem heissen Kaffee und einem Honigbrot sind wir startklar.

Wir fahren nicht die direkteste Route, sondern wählen die Strecke über Xaló, Alcalalí und La Llosa de Camacho. In dieser Gegend blühen bereits die ersten Mandelbäume. Zusammen mit dem stahlblauen Himmel lassen sie unweigerlich Frühlingsgefühle aufkommen.

Dann folgen wir wieder der alt bekannten «N-332» und erreichen nach etwas über 100 km ein Naturschutzgebiet südlich von Valencia. Hier steuern wir den Camping «Coll Vert» an.

Das Womo ist wie immer schnell installiert und am Nachmittag machen wir einen kurzen Abstecher an den nahen Strand. Doch auch heute wirbelt eine heftige Brise durch unsere Haare und so kehren wir bald wieder auf die windgeschützte und sonnige Parzelle zurück.

Am Abend freuen wir uns über den Cupsieg des EVZ und stossen auf die erfolgreicher Zuger Eishockeyspieler an.

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Wieder einmal bietet sich die Möglichkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bequem in die Stadt zu gelangen. So erreichen wir nach knapp einer halben Stunde Fahrt das Zentrum von Valcencia.

Um einen ersten Überblick zu bekommen, steigen wir auf die «Torres de Serranos». Das Tor mit zwei Türmen wurde 1392 errichtet und gehört zu den Resten der mittelalterlichen Stadtmauer.

Wenn es hier an einem nicht fehlt, dann an Kirchen! In der «Basílica de la Virgen de los Desamparados» findet gerade ein gut besuchter Gottesdienst statt und rund um die Kathedrale treffen wir auf viele Bettler/innen. Gleich nebenan steht der gotische, im 14. Jahrhundert erbaute Glockenturm «El Micalet».

Uns fällt auf, dass hier im Gegensatz zu anderen spanischen Städten sehr viele Polizisten mit Maschinenpistolen patrouillieren.

Bei unserem Rundgang gelangen wir immer wieder auf stattliche Plätze, die von imposanten Palästen und Jugendstilbauten umgeben sind. Auf der «Plaça de la Mare de Déu» setzen wir uns in eines der zahlreichen Strassencafés und schauen dem emsigen Treiben zu. Dabei werden wir von kreativen Strassenmusiker unterhalten.

Die Auswahl in der Markthalle («Mercardo Central») ist bunt, frisch und vielfältig: Früchte, Gemüse, getrocknete Kräuter, Fleisch, Brot und Süssigkeiten; nur für die Fische sind wir zu spät...

Mit der «Lonja de la Seda» besuchen wir einmal mehr ein UNESCO Weltkulturerbe. Das zweistöckige Gebäude wurde 1469 im Stil der profanen Gotik errichtet und diente zuerst als Ölmarkt. Später war hier die Seidenbörse von Valencia zu Hause.

Auf dem Camping wartet dann wieder unser Zuhause und wir blicken auf einen interessanten Tag mit vielen Kilometer zu Fuss zurück.

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Das sonnige und warme Wetter lässt es bestens zu, dass wir am zweiten Tag mit dem Rad Richtung Valencia aufbrechen. Der rege benutzte Veloweg führt abseits der Strasse dem Meer entlang. Über die Dünen hinweg sehen wir mächtige Frachter, die den Hafen von Valencia ansteuern oder ausfahren.

Unser Hauptaugenmerk gilt heute der «Ciudad de las Artes y de las Ciencias». Der mehrere Gebäude umfassende Komplex wurde vor über 20 Jahren im trockengelegten Flussbett des «Turia» angelegt.

Auf dem Gelände stehen Museen, ein Kino, Konzertsäle, eine Oper sowie das «L’Umbrache» (Sonnendach), eine Art offenes Gewächshaus mit ganz vielen Pflanzen. Eine Konstruktion erinnert uns stark an das Opernhaus in Sydney.

Dazwischen erfreuen sich die Besucher über Kunst, Wasserbecken und Restaurationsbetriebe. Toll finden wir, dass der ganze Aussenbereich kostenlos betreten werden darf und fast überall kann man mit dem Rad fahren.

Der «Jardí del Túri» bildet eine grüne Oase um die Innenstadt. In der weitläufigen Parkanlage mit schattenspendenden Bäumen hat es Platz für Spaziergänger, Jogger und Radler. Kinderspielplätze, Hundespielwiesen, Fussball- und Tennisplätze und Teiche ergänzen das Freizeitangebot.

Das man sich hier eigentlich in einem Fluss befindet, wird einem beim Betrachten der zahlreichen Brücken bewusst. Ein besonders schönes Exemplar ist die «Puente del Mar».

Auf gleicher Route geht’s dann zurück zum Camping. In Shorts und T-Shirts gönnen wir uns ein leckeres Raclette vor dem Wohnmobil; und das anfangs Februar! Einfach herrlich!

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Unsere Reise geht weiter nordwärts. Nach dem Einkauf steuern wir den Camping «Eden» in Peñíscola an, eine Empfehlung von Karin und Uwe. Vielen Dank! Auf dem von Dauercamper gut belegten Platz gibt es für uns noch eine Parzelle für vier Nächte.

Das Einparken ist herausfordernd, da Äste von mehreren Bäumen zu beachten sind. Mit der tatkräftigen Hilfe von unseren Nachbarn platzieren wir uns «akrumobile» optimal.

Bei sonnigem Wetter (hier gibt es 300 Sonntage im Jahr!) chillen wir in den Liegestühlen, lesen in unseren spannenden Bücher und tauschen uns mit einigen andern Campern aus. Hier an der «Costa de Azahar» (Orangenblütenküste) erscheinen uns die Gäste viel offener und gesprächiger als andernorts.

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Am Donnerstag morgen hängen noch ein paar Restwolken rum bevor sich dann die Sonne vollständig durchsetzt. Der ideale Zeitpunkt unsere Wäsche zu waschen.

Am Nachmittag erkunden wir das hübsche Städtchen Peñíscola zu Fuss.

Entlang dem Strand erreichen wir die Altstadt auf dem mächtigen Felsen. Eine Festung umgibt noch heute den historischen Teil und von verschiedenen Anhöhen aus blicken wir aufs Mittelmeer. Tatsächlich schleichen ein paar Nebelschwaden um die alten Mauern und verleihen dem Ort etwas Mystisches.

In den modernen Quartieren stehen wiederum viele Hotels und Aparthäuser mit Ferienwohnungen, die derzeit unbewohnt sind. Die Ortschaft ist im Sommer eine Hochburg für einheimische und ausländische Urlauber.

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Nach ca. 5 km mit dem Rad erreichen wir die «Sierra d’Irta», ein 7.744 ha grosser Naturpark, der bis ans Meer reicht.

Die Velorouten führen über Naturwege und sind gut markiert. Es geht auf und ab durch ein herrliches Gebiet. Die Vegetation ist sehr vielfältig: diverse Nadelhölzer, Palmen, Gräser, Sukkulenten und wilde Kräuter. Dazwischen treffen wir auch auf Landwirtschaftsbetriebe mit Oliven- und blühenden Mandelbäumen.

Der Naturpark ist heute wenig besucht und wir freuen uns über die Ruhe. Das Gebiet ist ein kleines Juwel an der sonst so geschäftigen und oft überlaufenen Küste.

Zurück fahren wir entlang dem Meer. Zwischen teils schroffen Felsen entdecken wir kleine Buchten mit feinem Sand und schönen Muscheln.

Dann geht’s nochmals bergauf zu einem alten Turm. Von hier oben ist die Sicht auf Peñíscola und die Küste einmal mehr eindrücklich.

In einer der vielen Beizen beim Hafen läuten wir das Wochenende mit einem kühlen Bier ein und schauen dankbar auf eine weitere tolle Tour zurück.

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Wiederum hüllt Nebel die Küste ein, dennoch finden wir den Weg über Benicarló nach Vinaròs.

Die Räder ketten wir bei einem zentralen Platz an eine entsprechende Vorrichtung und erkunden das Städtchen zu Fuss. Zuerst zieht es uns die Markhalle, wo es wieder ein reiches Angebot an Lebensmittel gibt.

In den Gassen herrscht emsiges Treiben und die zahlreichen Geschäfte und Restaurants sind gut frequentiert.

Andächtig ruhig ist es in der Kirche «Arxiprestal de l’Assumpcío» aus dem 17. Jahrhundert.

Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen geniessen wir die Rückfahrt entlang dem Meer und vor dem Womo verköstigen wir uns mit «Gschwellti und Chäs».

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In den vergangenen Tagen haben wir immer die Prognosen für verschiedene Orte im «Hinterland» studiert. Wir möchten gerne noch einen Abstecher in die Berge machen, doch das Wetter sollte mitspielen.

Nun scheint es zu passen. Zwar sinken die Temperaturen in der Nacht noch auf tiefe 2 – 3 Grad, doch dagegen sind wir gerüstet.

Also nehmen wir die kurvenreiche Fahrt nach Morella unter die Räder und nähern uns der 1’000-Höhenmetermarke. Die Strassenverhältnisse sind einwandfrei und auch das Parken ist problemlos.

Morella liegt strategisch ideal auf einem Hügel und ist von einer historischen Stadtmauer mit Pforten umgeben. Zuoberst thront das Kastell. Über Treppen und durch teils enge Gassen erkunden wir den Ort mit der Kirche «Santa Maria la Major» und dem Kloster «Convent de Sant Francesco».

Zusammen mit Einheimischen gönnen wir uns einen feinen Kaffee in einer der vielen Bars.

In der Hauptgasse haben die Geschäfte auch am Sonntag geöffnet und unter Arkaden werden frisches Gemüse und Früchte verkauft. Wir staunen über die vielen Fachgeschäfte wie z. B. Metzgereien, Bäckereien, Kräuter- und Textilläden.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das ausserhalb der Stadttore gelegene «Acueducto de Morella». Die Anlage sicherte ab ca. 1338 die Wasserversorgung der Stadt. Das Bauwerk musste immer wieder repariert und heute können noch die Resten der imposanten Anlage bestaunt werden.

Dann geht’s nochmals ungefähr 60 km durch kaum besiedeltes Land und bis auf 1’200 m.ü.M. Einzig ein paar kleine Dörfer und Landwirtschaftsbetriebe liegen an der Strecke nach Arnes. Am Strassenrand blüht Ginster und auf den sonnigen Terrassen öffnen sich die Blüten der Mandelbäume.

Auf dem Camping «Els Ports» sind nur wenige Gäste zugegen und wir können den Platz frei wählen. Rund ums uns erheben sich stattliche Berge.

 

Unsere Route vom 1. - 10. Februar 2019

Distanz La Marina - Arnes: 425 km (total 22'949 km)

Mit dem Bike unterwegs: 88 km (total 2'891 km)

 

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