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Nach 88 Tagen verlassen wir spanischen Boden. Wenn wir die Zeit in Nordspanien und Portugal dazurechnen, haben wir insgesamt 120 Tage auf der Iberischen Halbinsel verbracht. Vom heutigen Generalstreik in Katalonien merken wir nichts, die Läden und Tankstellen sind geöffnet und wir können alles Nötige erledigen.

Bei La Jonquera bzw. Le Perthus überqueren wir die Grenz nach Frankreich. Die Dörfer bestehen aufgrund von steuerlichen Privilegien bei Waren vorwiegend aus Läden. Entlang der Strasse reihen sich die Fahrzeuge der konsumfreudigen Gäste und das führt zu kleinen Staus.

Die Strasse D900 schlänget sich durch eine Schlucht der Pyrenäenausläufern bevor sich die Landschaft wieder öffnet.

Der Camping «Le Soleil Méditerranée” in Saint-Cyprien wird seinem Namen hinsichtlich Wetter gerecht, ansonsten ist der Platz kein high-light.

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Bei einem gemütlichen Spaziergang erkunden wir einen Teil des riesigen Yachthafens. Von den über 4'000 Booten, die hier liegen sollen, warten der grösste Teil fest verzurrt auf einen Ausflug ... erst im Sommer werden die Touristen aufkreuzen.

Jetzt ist es am weitläufigen Strand ruhig und in einem Kaffee werden wir freundlich bedient.

Die mediterrane Sonne beherrscht uns einen relaxten Liegestuhl-Lese-Nachmittag.

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Zwischen dem «Golfe du Lion» (Meer) und einem Süsswassersee liegen nur ein paar Meter. In den seichten Gewässern tummeln sich wieder eine Vielzahl von Vögeln.

Mit den Rädern umrunden wir das Sumpf- und Mündungsgebiet. Am Ufer des Sees wurden Fischerhütten aus Schilfrohr nach historischem Vorbild nachgebaut.

Bei einem Ausguck können Reiher beobachten und in der Ferne hören und sehen wir eine Flamenco-Kolonie.

Besonders beeindruckt uns der Blick in die Pyrenäen. Die noch verschneiten Gipfel heissen u.a. «Puig d’El Boulet», «Puig dels Tres Vents», «Puig Sec» oder «Pic Bas del Canigo» und reichen bis auf über 2'700 m.ü.M.

Auf dem Rückweg bietet sich noch die Gelegenheit, die Bikes zu reinigen. So können wir diese wieder sauber in der Garage unseres Fahrzeuges verstauen.

Auch wenn es heute ein bisschen kühler ist, lässt es sich bestens in kurzen Hosen und T-Shirt aushalten. Einfach herrlich!

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Wir machten die Planung für die nächste Zeit und wollten uns ein paar Tage südlich von Montpellier in der Region Languedoc-Roussillon niederlassen.

Auf der «A9» kommen wir gut voran, doch dann reagiert die Beifahrerin zu spät und schon verpassen wir die Ausfahrt Richtung Lattes. Nun, kein Problem könnte man meinen, doch bis die nächste Abfahrt von der Autobahn kommt dauert es 5, 10, nein über 20 km! Einfach zu viel um auf der kostenpflichten Strasse zurückzufahren.

Also zeigen wir mal wieder Flexibilität und steuern kurzerhand unser nächstes Ziel an. In Avignon haben wir bereits den «Camping Bagatelle» herausgesucht und so richten wir uns hier ein.

Der Platz liegt zwar romantisch auf der Insel «Barthelasse», die von zwei Armen der Rhone umgeben ist. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass wir hier auf «besonderes Publikum» treffen und am Abend werden wir das Fahrzeug gut sichern...

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Die erste Nacht war recht ruhig, aber kalt. Am Morgen scheint dann die Sonne bald ins Womo und wärmt den anbrechenden Tag.

Über die «Pont Edouard Daladier» erreichen wir innert Kürze die Altstadt. Der Kern von Avignon ist von einer weitgehend intakten Stadtmauer umgeben. Durch eines der vielen Stadttore kommen wir ins Gassengewirre der historischen Stadt.

Zuerst besuchen wir die «Pont Saint-Bénézet», besser bekannt unter dem Namen «Pont d’Avignon». Dank einem Audioguide erfahren wir interessante Details über die Geschichte der berühmten Brücke und auch über das populäre Lied «Sur bzw. Sous le pont d’Avignon».

Dann steigen wir hinauf zum «Jardin du Rocher-des-Doms». Hier geniessen wir die Sicht auf die Stadt, die Rhone und die Ortschaft Villeneuve-lès-Avignon am andern Ufer.

Wie der Name vermuten lässt, ist der Dom bzw. die Kathedrale von Avignon nicht weit entfernt. Die Baugeschichte des romanischen Werkes geht bis ins 12. Jahrhundert zurück und das Gotteshaus trägt das Prädikat UNESCO-Weltkulturerbe. Weit sichtbar thront auf der Turmspitze eine 4,5 Tonnen schwere, vergoldete Statue der Jungfrau Maria.

Avignon gehört zu den strukturschwächsten Städten von Frankreich und hat eine sehr hohe Arbeitslosenquote. Dadurch lässt sich auch die vergleichsweise hohe Kriminalität erklären, vor der hier gewarnt wird.

Der Tourismus ist eine Haupteinnahmequelle der Region. Mit widerkehrenden Festivals und dem Titel «Europäische Kulturhauptstadt» im Jahr 2000 kann die Stadt Einnahmen generieren. Und so verwundert es auch nicht, dass ein Cappuccino auf dem «Place de l’Horloge» deutlich teurer ausfällt, als an andern Orten. Wir geniessen ihn umso mehr.

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Avignon wird auch als «Papststadt» betitelt. Mit unserem Kombi-Ticket, dass wir gestern für die Besichtigung der «Pont Saint-Bénézet» gekauft haben, dürfen wir heute auch den Papstpalast besuchen.

Das ineinander verschachtelte Bauwerk wirkt von aussen wie eine Festung mit Wachtürmen und Schiessscharten. Beim Eingang fassen wir ein sogenanntes «Histopad», dieses multimediale Tablet führt uns durch die verschiedenen Räume und durch die bewegte Geschichte der Gemäuer.

Im grossen Ehrenhof finden im Sommer Konzerte und Festspiele statt. Von hier aus geht’s weiter in den Alten Palast (erbaut 1334 bis 1342) und den Neuen Palast (erbaut 1342 bis 1370).

In teils prunkvollen Räumen residierten mehrere Päpste und jeder erweiterte die Anlage nach seinen Vorstellungen und Ansprüchen. Damit wurde die Stadt im 14. Jahrhundert zum Mittelpunkt der Christlichen Welt.

Innerhalb des Palasts können riesige Säle, Küchen mit Feuerstellen, Schatzkammern, Ahnengalerien, Kapellen und Kirchen mit Kreuzgewölben besichtigt werden. Einige Gemächer sind mit reichen Wandmalereien verziert. Restauratoren sind gerade daran, die historischen Szenen im Jagdzimmer aufzufrischen. Das Fotografieren ist hier streng verboten, deshalb gibt’s keine Bilder. Ebenfalls eindrücklich ist eine bemalte Holzdecke, die noch im Originalzustand sein soll (bis dato keine Restauration).

Zum Schluss steigen wir noch auf einen Wehrgang und einen der Türme. Von hier haben wir eine schöne Sicht auf den «Place du Palais» und die umliegenden Gassen.

Etwas nachdenklich verlassen wir die ehemalige Papstresidenz. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie viel Geld damals in die mächtige Anlage investiert wurde, während das gemeine Volk wohl nicht auf Rosen gebettet war.

Nach unserer Rückkehr ist der Teig schön aufgegangen und wir backen uns feine Pizzas auf dem Grill.

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Vier Nächte bleiben und drei Nächte bezahlen, dieses Angebot haben wir in Avignon genutzt und ziehen nun weiter. Unterwegs heisst es wieder einmal einkaufen und Gas ausfüllen.

Dann reisen wir auf der Landstrasse über Aix-en-Provence nach Le Pradet (zwischen Toulon und Hyères). Zu dieser Jahreszeit sind nur wenige Campingplätze geöffnet, entsprechend klein ist die Auswahl. Der Camping «Lou Pantai» bietet uns einen Platz allerdings nur für zwei anstatt vier Nächte. Doch im Nachhinein sind wir froh, denn auf dem Gelände lodert dauernd ein Feuer (Gartenabfälle), Hunde laufen frei herum und die sanitären Anlagen lassen zu wünschen übrig.

So sagen wir uns auch: «echli stinke muesses» und geniessen ein feines Rachelette.

 

Unsere Route vom 21. - 28. Februar 2019

Distanz Roses - Le Pradet: 544 km (total 23'910 km)

Mit dem Bike unterwegs: 49 km (total 3'054 km)

 

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