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Wir sind mal wieder reif für die Insel! Da bietet sich die «Ile de Porquerolles» geradezu an. Mit den Räder fahren wir 15 km nach La Tour Fondue und von dort mit dem Schiff auf das Eiland. Die Überfahrt mit den Velos kostet uns ein kleines Vermögen, doch so können wir die herrliche Landschaft bequem erkunden.

Rund um den Inselhafen und im Städtchen herrscht wegen einer Baustelle etwas Chaos. Doch dann wird es ruhiger und wir erreichen bald die Südküste.

Bei Leuchtturm parken wir die Fahrräder beim offiziellen Parkplatz und wandern oberhalb der steilen Felswände.

Tief unten tobt das Meer und der Wind frischt immer mehr auf. Wir blicken zu sogenannten «Calanques» (kleine Buchten) hinab und freuen uns über die tolle Sicht.

Beim Punkt «La Gorge du Loup» wehen uns starke Böen fast von den Bikes. Die Wellen brechen mit voller Wucht an die Felsen, einfach gewaltig.

Über die staubigen Inselwege radeln wir noch zu einer Windmühle und zum «Fort Sainte-Agathe» hinauf. Auch hier öffnet sich eine schöner Blick auf die Gegend.

So viel Staub macht durstig. Im Dorf gibt es rund um die «Place d’Armes» einige Beizen, die zu zünftigen Preisen Getränke anbieten.

Mit dem Nachmittagskurs schippern wir zurück. Der Wellengang ist deutlich höher als am Morgen und ich bin nicht unglücklich, als wir wieder anlegen. Unsere Räder wurden während der Fahrt total mit Meerwasser vollgespritzt und wir müssen die Sättel trocknen.

In einer Bucht bei Olbia (Hières) bestaunen wir die Kunststücke der Kite-Sufer. Die Sportler nutzen die optimalen Bedingungen und zeigen kühne Sprünge.

Klick auf das Bild um die Kite-Surfer zu sehen - besonders die letzten 20 Sekunden!

Die Haare vom Wind zerzaust, die Haut vom Salzwasser verkrustet und die Kleider ziemlich verstaubt, so kehren wir glücklich und zufrieden auf den Platz zurück. Zum Glück hat’s warmes Wasser zum Duschen und auch die Bikes werden von Andy gereinigt!

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Auf dem Camping «Parc des Maurettes» in Villeneuve-Loubet lässt man uns die Exklusivität der Côte d’Azur deutlich spüren. Der Platz ist okay, doch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für unseren Geschmack schlecht. Als die Verwalterin uns dann noch mitteilt, dass der Wäschetrockner defekt ist, überlegen wir kurz, ob wir weiterreisen sollen. Doch wir haben bereits eine Anzahlung geleistet und zudem sind noch viele Plätze geschlossen. Also richten wir uns ein. In der Diskussion haben wenigstens noch einen kostenlosen Jeton für eine 60-Grad-Wäsche herausgeholt.

Die milden Temperaturen und die schöne Lage stimmen uns bald wieder fröhlich und wir geniessen den Samstagnachmittag mit Lesen und Chillen.

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Sonntag hin oder her, heute sind die Bedingungen echt gut um die Wäsche draussen zu trocknen. Zum Glück sind wir am Morgen früh in der Waschküche, denn andere haben dieselbe Idee.

Nach einem späten Mittag- bzw. frühen Abendessen vom Grill schlendern wir Richtung Plage. Hier steht die gewaltige und von weither sichtbare Überbauung «Marina Baie des Anges». Die pyramidenförmigen Hochhäuser bilden einen gigantischen Komplex mit weit über tausend Wohnungen. Das Ganze gruppiert sich um einen Hafen mit eleganten Yachten.

In der Bar «what’s up» erklärt uns der belgische Besitzer, dass ca. 30 % der Wohnungen immer bewohnt sind. Der Rest dient den Eigentümern als gelegentliche Ferienresidenz und vor allem als Kapitalanlage. Die Wertentwicklung der Immobilien sei in den vergangenen Jahren immens gewesen, meint der Beizer. Zudem weiss er zu erzählen, dass die Eigentümer hohe Unterhalts- und Nebenkosten zu tragen haben und dass nun eines der Häuser für rund EUR 5 Mio. saniert werde.

Mit diesen spannenden Informationen kehren wir zu unserem bescheidenen Womo zurück und sind mehr als zufrieden mit unserem Zuhause.

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Die französische Rivera haben wir bereits im Juni 2009 bereist. Damals sind wir aber bei Villeneuve-Loubet nach Grasse abgebogen. Deshalb fahren heute mit den Räder ans «Cap d’Antibes». Die Route führt auf einem Radstreifen entlang der stark befahrenen «Route du Bord de Mer» in den Hafen von Antibes. Hier bestaunen wir mal mehr die pompösen schwimmenden Villen bevor wir dann die herrschaftlichen Anwesen rund um das Cap und in Juan-les-Pins beäugen. Die meisten Residenzen sind hinter dichten Hecken oder Mauern versteckt, doch die Grösse der Villen und Parkanlagen lassen sich erahnen.

Der Küstenweg ist mit den Bikes nicht befahrbar und so radeln wir auf der Strasse zum «Plage de Garoupe» und dann in die Altstadt. Hier treffen wir auf unzählige Baustellen, die auch das Vorwärtskommen per Velo recht erschweren. Doch wir finden eine «Boulangerie» und machen uns dann mit frischem Brot wieder auf den Heimweg.

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Mit dem Zug geht’s in meine «alte Heimat» Nizza. Nach nur 20 Minuten Fahrzeit sind wir mitten in der quirligen Stadt. Den obligaten zweiten Kaffee trinken wir genau in dem Restaurant, wo ich vor rund 30 Jahren gewohnt und gearbeitet habe. Es sind noch immer dieselben Besitzer im «Cave Washington» und die «Rue Joseph Fricero» hat sich kaum verändert.

Von hier ist es ein Katzensprung an die berühmte «Promenade des Anglais» und den Strand. Wir setzen uns in die erste Reihe eines der schicken Strandlokale und leisten uns ein kühles Bier. Der Mistral weht uns um die Nase und wir blicken auf das türkisblaue Meer ... mehr brauchen wir nicht!

 

Dann tauchen wir in die Einkaufsstrassen ein und schlendern durch das eine oder andere Geschäft. Nach ein paar Besorgungen geht’s gemütlich zurück zum Bahnhof. Vor dem Feierabendverkehr fährt die Schnellbahn pünktlich ab und bringt uns ohne Stau nach Hause.

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An der französischen Rivera scheint man Camper nicht sonderlich zu mögen. So besteht oft ein Park- und Halteverbot für Wohnmobile und die Parkplätze sind mit Höhenbeschränkungen versehen. Deshalb ziehen wir über Monaco weiter Richtung Italien. Im Juni 2009 haben wir hier ja bereits einige Orte besucht.

Da wir genügend Zeit haben, fahren wir auf der Küstenstrasse «SS1» entlang der «Costa dei Fiori». Dabei durchqueren wir auch die Städte Ventimiglia und San Remo. Andy behält die Nerven und chauffiert das «akrumobile» gekonnt durch den chaotischen Verkehr.

Auch hier hat die Campingsaison noch nicht überall begonnen und viele Plätze sind noch geschlossen. Der Camping «Winstok» in Imperia ist zwar geöffnet und der Verwalter erscheint sofort. Doch irgendwie passt es für uns nicht. Als wir dann noch nach Waschmaschine und Trockner fragen, meint er, dass es keinen Tumbler gibt. Wir müssen aber dringend unser Bettzeug waschen.

Nur ein paar Kilometer weiter in San Bartolomeo al Mare finden wir auf dem Camping «Rosa» eine für uns perfekte Infrastruktur zu einem fairen Preis. Hier bleiben wir nun drei Nächte.

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Das Städtchen lebt vor allem vom Sommertourismus. Bei einem Rundgang entdecken wir einige Läden und viele Pensionen, die noch im Winterschlaf sind.

Dafür ist die Natur schon voll wach. Nomen est omen: an der Blumenküste blüht es überall. Sowohl in Gärten und Beeten, auf Balkonen und auf Wiesen gedeihen Blumen in allen Farben und auch die Bienen sind fleissig unterwegs.

Wir erledigen alle Wasch- und Hausarbeiten und backen ein Brot.

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Bei traumhaftem Frühlingswetter starten wir rechtzeitig zu einer Bike-Tour. Wir folgen dem Fluss im Valle Steria. Die Strasse steigt immer leicht an und wir gewinnen schnell an Höhe. An den sonnigen Flanken des Tales kleben die Dörfer Riva Faraldi, Deglio, Villa Faraldi und Tovo Faraldi wie Schwalbennester. Auf dem terrassierten Gelände gedeihen Olivenbäume und die Landwirte haben bereits die Netze für die Ernte ausgelegt.

In den gepflegten und mit viel Blumen geschmückten Ortschaften steht immer mindestens eine Kirche. In den engen Gassen und auf den Plätzen sind wenige, vorwiegend ältere Bewohner/innen unterwegs. Alle grüssen freundlich und erklären uns den Weg, ohne dass wir danach fragen.

Kurz vor Chiappa verlassen wir die geteerten und meist nur von dreirädrigen «Piaggios» befahrenen Strassen.

Nun sind wir auf einer markierten Radroute von «Alpi del mare in bici». Der Weg erweist sich allerdings als sehr anspruchsvoll und wir müssen die Bikes öfters mal über steile und steinige Stellen schieben.

Doch die Anstrengung lohnt sich! Auf einer Krete öffnen sich herrliche Blicke in die Alpen im Norden und auf das Mittelmeer im Süden. Wir sind nun auf knapp 400 m.ü.M. und unter uns liegen die Küstenortschaften Andora, Laigueglia und Alassio sowie die Isola Gallinara.

Obwohl uns hier ein recht starker Wind um die Ohren pfeift, geniessen wir ein kleines Picknick und stärken uns für den «down hill».

Die Abfahrt verlangt nochmals volle Konzentration und wird von einer unbeschreiblich schönen Sicht begleitet. Unterwegs treffen wir nur auf ein paar Wanderer.

Über unzählige Kurven geht’s durchs «Colle Cervo» hinab in die gleichnamige Gemeinde. Cervo ist Mitglied der Vereinigung «Die schönsten Orte Italiens» und historische Altstadt ist wirklich hübsch.

Wieder auf Meereshöhe macht sich Durst breit. In einem typischen Lokal setzen wir uns zu den Einheimischen und trinken ein kühles Bier. Hier kosten die beiden Erfrischungen weniger als die Hälfte gegenüber an der «Côte d’Azur».

Zufrieden kehren wir auf den Platz zurück und relaxen in unseren Liegestühlen. Einfach dolce vita!

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Die nächsten beiden Tage werden wir ein gutes Stück weiterreisen.

Am Samstag kaufen wir in einem sehr speziellen Shoppingcenter bei Arenzano ein. Der Bau mit diversen Geschäften befindet sich auf mehreren Etagen in einem engen Tal. Entsprechend spannend ist die Zufahrt. Für die Tiefgarage ist unser Fahrzeug natürlich zu hoch und so parken wir draussen auf einer Art Terrasse. Da ja immer jemand beim Womo bleibt ist das kein Problem.

Die Nacht verbringen wir dann unter der Brücke ... nein, keine Angst, es ist alles im grünen Bereich. Doch der «Caravan Park La Vesima» liegt eben genau unter einem der vielen Viadukte der «Autostrada dei Fiori» (A10). Dass der Platz auch gleich neben der Bahnlinie liegt, war uns bewusst, doch für eine Nacht ist auch das auszuhalten.

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Am Sonntag ziehen wir dann rechtzeitig von dannen. Die heutige Etappe ist zwar nur etwas über 100 km. Da wir weiterhin die Route über die «SS1» wählen, braucht es aber Zeit und Geduld. Eine Herausforderung ist die Stadt Genua. Ein lieber Bekannter hat uns noch auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass mit dem Einsturz des «Polcevera-Viadukts» (besser bekannt als Morandi-Brücke) ein wichtiges Stück in der Hauptverkehrsachse fehlt.

Die «Via Aurelia» schlänget sich etwa bis Sestri Levante mehr oder weniger dem Meer entlang. Danach windet sich die Strasse (jetzt «SP1») in Hügel hinauf. Heute regnet es seit sehr, sehr langer Zeit mal wieder und so hüllt sich die Landschaft in Wolken z.T. sogar in Nebel. Auf «Passo La Baracca» zweigen wir dann ab nach Levanto.

Der Camping «Acquadolce» verlangt wieder einen hohen Preis, doch die Lage ist wunderschön und die «Cinque Terre» ein beliebtes Gebiet.

Wir richten uns ein und freuen uns auf ein paar weitere gemütliche Tage in Bella Italia. Am Abend gibt’s schon mal Spaghetti und ein Glas Rotwein.

 

Unsere Route vom 1. - 10. März 2019

Distanz Le Pradet - Levanto: 451 km (total 24'361 km)

Mit dem Bike unterwegs: 97 km (total 3'151 km)

 

 

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