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Das Küstengebiet ist bekannt für Wanderungen. Also heisst es im Frühtau zu Berge! Der markierte Weg beginnt gleich hinter dem Camping und führt uns zuerst ins schmale Tal des Flusses «Cantara».

Kein Mensch scheint heute diese Route zu wählen. Wir geniessen die Ruhe, die üppige Natur und steigen bis auf 360 m.ü.M. Der Wald lichtet sich langsam und wir kommen zu einer Krete. Bald öffnen sich Blick auf beide Seiten, einfach herrlich.

Bei der Ruine der Kirche des heiligen Anton treffen wir erstmals auf andere Wanderer. Wir geniessen die unbeschreibliche Aussicht und ein kleines Picknick.

Dann geht’s rund 250 m.ü.M. über der steil abfallenden Meeresküste wieder Richtung Levante. Alternativ hätten wir auch nach Monterossa al Mare absteigen können und dann mit der Bahn zurückfahren.

Auf diesem Wegstück kommen uns wesentlich mehr Leute entgegen, doch überlaufen ist es zu dieser Jahreszeit zum Glück noch nicht. Der meist schmale Weg ist sehr abwechslungs- und aussichtsreich und bringt uns nach Levante zurück.

In der Ortschaft es ruhig; also auch für uns Zeit zum etwas «siesta» halten.

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Einige Küstenabschnitte können per Velo erkundet werden. So satteln wir die Räder und fahren von Levanto über Bonassola bis nach Framura. Da die Strecke stellenweise durch Tunnels führt, müssen wir seit langem mal wieder die Lichter an unseren Fahrräder montieren und einschalten.

Zwischendurch öffnen sich immer wieder herrliche Blicke auf das Meer.

Beim Bahnhof Framura endet der Veloweg und wir müssen die Räder etwas umständlich per Lift und einer steilen Auffahrt auf die andere Seite der Geleise bringen.

Danach beginnt der «Bergpreis» und wir folgen der kurvenreichen Strasse bis nach Costa di Framura. Bei der «Chiesa di San Martino» ist die Aussicht phantastisch. In der Ferne erkennen wir die Insel Korsika sowie schneebedeckte Berge; u.a. machen wir den Gipfel «Monviso» mit einer Höhe von 3'841 m.ü.M. aus.

In einer Wirtschaft trinken wir einen sehr feinen Latte Macchiato und bezahlen für die zwei Gläser nur gerade mal EUR 3.00!

Dann kurven wir auf der Strasse «SP42» wieder zurück. Der Verkehr ist zum Glück gering und wir können problemlos stehen bleiben und Ausschau halten. Hinter jeder Ecke wartet wieder eine neue Überraschung.

Die Route führt auch bei einem Steinbruch vorbei, wo der Naturstein «Rosso Levanto» abgebaut wurde. Nach unseren Beobachtungen liegen die Abbruchstellen derzeit still und die Geräte verrosten langsam.

Zurück in Levanto drehen wir noch eine Runde durch die Ortschaft. Dabei entdecken wir viele repräsentative Villen und einladende Geschäfte. In der Markthalle decken wir uns noch mit frischem Gemüse ein und kehren dann Heim.

Heute sind wir genau 50 Wochen mit dem «akrumobile» unterwegs. Glücklich und zufrieden blicken wir auf diese Zeit zurück und freuen uns auf die künftigen Reiseerlebnisse.

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Bereits in der Nacht hat Regen eingesetzt und der Tag startet mit starker Bewölkung. Für uns die Gelegenheit interne Arbeiten zu erledigen. Gegen Mittag zeigt sich die Sonne mehr und mehr und wir machen uns auf.

Durch historischen Kern von Levanto gelangen wir zum Bahnhof. Am Schalter verkauft uns ein wenig motivierter Mitarbeiter von «Trenitalia» zwei Tageskarten für den «Cinque Terre Treno». Die Bahn bringt uns bis nach Riómaggiore. Da die Strecke entlang dem Meer mehrheitlich durch Tunnels führt, sieht man während der Fahrt wenig von der Gegend. Ein Wanderweg entlang der Küste ist leider noch immer gesperrt. Umso mehr gibt es dann in den einzelnen Dörfer zu entdecken.

Die oft farbigen Häuser sind auf die Felsen oder an die Felswände gebaut. An vielen Immobilien werden Renovationsarbeiten durchgeführt. Die teils sehr exponierten Lagen, alte Bausubstanz und das nahe Meer erfordern diese Investitionen.

Wir nähern uns einem Aussichtspunkt bei der Hafenmauer und plötzlich sichten wir sie draussen im aufgewühlten Wasser: Delfine! Die Meeressäuger sind zwar etwas weit weg, doch wenn sie aus dem Meer springen, können wir sie deutlich sehen. Wir freuen uns riesig!

Dann fahren wir mit dem Zug etappenweise zurück. Mit unseren Billetts dürfen wir beliebig viele Fahrten auf der Strecke zurücklegen.

Ein Fussgängertunnel führt ins Zentrum von Manarola. In den engen Gassen tummeln sich immer mehr Touristen. Wir wandern zu einer Terrasse mit herrlicher Sicht auf die Bucht und das Städtchen.

In einem etwas versteckten Restaurant kehren wir ein und werden zum Bier mit einem feinen Oliven, Nüssen etc. verwöhnt.

Als nächstes besuchen wir Vernazza. Hier erweist sich der Aufstieg über lange und steile Treppen als sehr lohnenswert. Erstens sind wir hier auf über 70 m.ü.M. und haben einen tollen Blick und zweites sind wir weit weg von den Besuchermassen. Die asiatischen Gruppen haben einen getackten Fahrplan und so keine Zeit für solche «specials».

Nach einer Runde durch die autofreie Ortschaft mit vielen Läden, Beizen und Kirchen ist auch für uns Zeit wieder in den Zug zu steigen.

Mit ganz vielen Eindrücken und Bilder (in der Kamera und im Kopf) kommen wir nach Hause. Später «bretzeln» wir uns nochmals auf und gönnen uns ein feines Znacht in einer Pizzeria in Levanto. Ein schöner Abschluss in der «Cinque Terre».

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Wir folgen weiter der «SP1» in südlicher Richtung. Die Fahrt ist weiterhin kurvenreich und anspruchsvoll. Die italienischen Automobilisten habe eine forsche Fahrweise und halten bei einem Stopp- oder Kein-Vortritts-Signal auf den letzten Drücker. So sind wir immer besonders aufmerksam und bremsbereit.

Bei Sarzana ergänzen wir noch die Lebensmittel und dann durchqueren wir grosse Ortschaften wie Carrara und Massa. Die Gegend ist bekannt für den Abbau von Marmor. Die Hauptstrasse ist gezeichnet von den Lastwagen, die die tonnenschweren Quader transportieren. Wir versuchen den Schlaglöchern so gut wie möglich auszuweichen. Zu unserer linken Seite erheben sich die Apuanischen Alpen mit ihren majestätischen und leicht verzuckerten Gipfel.

Dann nähern wir uns langsam aber sicher Pisa und wechseln noch kurz auf die gebührenpflichtige «A11». Unser Camping ist nur über einen komplizierten Umweg zu erreichen. Das letzte Stück führt sogar über eine Naturstrasse.

Auf dem neu gestalteten «Agricampeggio la valle» werden wir äusserst freundlich empfangen und der Besitzer nimmt sich viel Zeit, um uns alles genau zu zeigen und zu erklären. Die Saison hat eben erst begonnen und wir sind momentan die einzigen Gäste.

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Der Campingverwalter rät uns von der Fahrt per Velo nach Pisa ab. Deshalb marschieren wir etwas über einen Kilometer entlang der Strasse und steigen bei der Station «Ripafratta» in den Zug.

Nach rund einer Viertelstunde erreichen wir den Bahnhof «Pisa San Rossore». Von hier aus sind es nur ein paar Gehminuten zum bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Der freistehende Glockenturm verneigt sich vor uns und vielen anderen Besuchern.

Wir besichtigen den Schiefen Turm von Pisa und den «Battistero di San Giovanni» von aussen. Für den Dom erhalten wir ein kostenloses Ticket, dass uns den Einlass zu einer bestimmten Zeit gewährt.

So bleibt genügend Zeit auf der «Piazza dei Miracoli» zu flanieren und einen Latte Macchiato zu geniessen. Rund um den Platz patrouillieren auffallend viele, schwer bewaffnete Polizisten. Nach den Anschlägen in Neuseeland wurden wohl auch hier die Sicherheitsmassnahmen angepasst.

Kurz vor Mittag dürfen wir dann den Dom zu Pisa betreten. Wie immer gibt’s hier unzählige Details zu bestaunen. Über einem mächtigen Säulengang verlaufen Arkaden und über allem hängt eine vergoldete Kassettendecke.

Die imposante Kanzel wurde zwischen 1302 und 1311 von Giovanni Pisano aus Stein erstellt. Sie überstand den Brand von 1595, während ein grosser Teil des Interieurs verbrannte. Als letztes erwähnen wir noch das riesige Mosaik in der Apsis.

Da das Wetter sich von der sonnigen Seite zeigt, wollen wir uns nun wieder «outdoor-Aktivitäten» widmen. Auf der «Piazza die Cavalieri» ist eines der schönsten europäischen Ensemble von Renaissance zu bestaunen. In den repräsentativen «Palazzi» sind heute die Bibliothek und Abteilungen der Universität untergebracht.

Durch eher stille Gassen geht’s zur geschäftigen Einkaufsstrasse «Borgo Stretto». Unter Arkaden halten unzählige Läden und Stände ihre Waren feil. Von der «Piazza Giuseppe Garibaldi» aus überqueren wir dann den Fluss «Arno». Vorbei an der «Piazza Vittorio Emanuele II» ist es dann nicht mehr weit zum Bahnhof «Pisa Centrale».

Bequem reisen wir zurück zum Camping. Wie es scheint, sind wir noch immer die einzigen Gäste, was uns aber keineswegs stört. So haben wir die Infrastruktur ganz für uns ...

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Als wir am Samstagmorgen weiterziehen wollen, ist vom Campingbesitzer weit und breit nichts zu sehen. Da wir noch die Rechnung bezahlen müssen, rufen wir ihn auf dem Mobile an. Ein paar Minuten später ist er dann vor Ort und wir können aufbrechen.

Durch die typische toskanische Landschaft kurven wir nach Siena. Der Camping «Colleverde» liegt auf einer Anhöhe gegenüber der Stadt und bietet grosszügige, sonnige Plätze.

Nach der Reinigung des Fahrerhauses und dem Zopfbacken bleibt noch genügend Zeit für das Lesen auf dem Liegestuhl. Zudem planen wir den Besuch der Stadt am Sonntag und die Weiterfahrt.

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Zu Fuss geht’s in die Gassen von Siena. In einer Bar schmeckt der feine italienischer Espresso perfekt.

Eine der ersten Sehenswürdigkeit ist der «Palazzo Salimbeni». In der ehemaligen Festung ist der Sitz der 1472 gegründeten Bank «Monte dei Paschi».

Die «Piazza del Campo» ist ein grosser, zentraler Platz mitten in der Stadt umgeben von imposanten Bauten. Überragt werden die Palazzi vom 104 Meter hohen «Torre del Mangia». Leider ist der Turm wegen Bauarbeiten geschlossen.

Beeindruckend sind auch die Ausmasse des Doms von Siena. Da ein Gottesdienst stattfindet ist die Kirche für «normale» Besucher geschlossen. Wir mögen nicht über zweieinhalb Stunden warten, deshalb bestaunen wir das gotische Bauwerk von aussen. Der «Campanille» wurde im 14. Jahrhundert aus weissem und schwarzem Marmor errichtet. Besonders reich verziert ist die Fassade des Hauptportals.

Danach ziehen wir noch durch die kleinen Gassen, wo sich kaum Touristen verirren. Doch genau hier kann man das andere Gesicht einer Stadt kennenlernen und ruhige Ecken entdecken.

Gemütlich wandern wir wieder zurück ins Quartier «Scacciapensieri», wo wir unser Lager aufgeschlagen haben. Genau wie es die Prognosen vorhergesagt haben, setzt sich die Sonne im Laufe des Tages immer mehr durch und beschert uns einen frühlingshaften Sonntag.

 

Unsere Route vom 11. - 17. März 2019

Distanz Levanto - Siena: 255 km (total 24'616 km)

Mit dem Bike unterwegs: 24 km (total 3'175 km)

 

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