e-Mail 

                                      

Zum Wochenstart verlassen wir Siena in östlicher Richtung. Bei Lucignano finden wir einen womo-tauglichen Parkplatz und können so das hübsche Städtchen besuchen. In den Gassen und rund um die «Piazza dei Tibunale» herrschen Menschenleere und Ruhe. Auf dem höchsten Punkt der Gemeinde thronen die beiden Kirchen «San Francesco» und «San Michele Arcangelo».

In der «Via Giacomo Metteotti» finden sich dann doch ein paar offene Läden und Restaurants. Nach dem Rundgang und einem feinen Kaffee verlassen wir Lucignano durch eines der Stadttore und fahren weiter.

Gemäss unseren Informationen sollte der Camping «Le Ginestre» offen sein. Doch bei unserer Ankunft stehen wir vor geschlossenen Schranken und auf dem Gelände scheint keiner zu sein. Also entscheiden wir uns für eine Übernachtung auf dem Stellplatz. Hier haben wir zwar keinerlei Infrastruktur, dafür sind wir viel näher beim Zentrum von Arezzo.

Trotz Regen machen wir uns auf und streifen durch die Stadt. Die Kirche «San Domenico» stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist im Innern mit bedeutenden Fresken dekoriert.

Hinter Kathedrale erstreckt sich ein ausgedehnter Park mit einem schönen Baubestand.

Von hier aus geht’s dann über den «Corso Italia» in die Altstadt hinunter. Rund um die «Piazza Grande» gruppieren sich wiederum historische Gebäude z.T. mit Arkadengängen.

Zurück im Womo melden sich dann Gregor und Käthy bei uns. Die beiden sind eine Woche in der Gegend u.a. auch wegen eines Reitturniers. Da heute keine Springen stattfinden, holen sie uns mit dem Auto ab und wir verbringen einen gemütlichen Abend bei einem Glas Rotwein. Herzlichen Dank den beiden!

______________

Am Morgen hängen noch immer Wolken über der toskanischen Landschaft und ein kalter Wind bläst uns um die Ohren. Deshalb entschliessen wir uns für die Fahrt über die mautpflichtige Autobahn. Da wir beide Florenz schon besucht haben, umfahren wir die Stadt grossräumig und reisen auf der vielbefahrenen «A1» weiter. Wir wählen die direkte Variante der «Autostrada del Sole», den auf der sogenannten «Panoramastrecke» ist tatsächlich (wieder) mit Schnee zu rechnen.

Ohne Stau erreichen wir Bologna und checken auf dem «Centro Turistico Città di Bologna» am Rande der Stadt ein. Der Angestellte an der Rezeption strotz vor Unhöflichkeit, doch wir können einen schönen Platz auf dem grosszügigen Gelände aussuchen und mit unserem Eintreffen zeigt sich auch die Sonne. Was wollen wir mehr?!

______________

Wer Bologna hört, denkt oft an Spaghetti Bolognese und liegt damit genau richtig. Die Stadt gilt als kulinarisches Zentrum von Italien und hier ist auch die älteste und grösste Universität des Landes.

Das es da auch zwei schiefe Türme gibt, ist jedoch weniger bekannt. Der «Torre Asinelli» und der «Torre Garisenda» stehen bei der «Piazza di Porta Ravegnana». Wir setzen uns in ein Strassencafé und beobachten das emsige Treiben auf dem Platz.

Eigentlich ist es nur den Einwohnern von Bologna erlaubt mit dem Auto in den Bereich der ehemals von Stadtmauern umgebene Innenstadt zu fahren. Dennoch ist der Verkehr chaotisch. Wir bahnen uns den Weg mit den Velos durch die von Autos, Bussen und Mopeds verstopften Strassen. Gemäss unserem Empfinden sind extrem viele Leute unterwegs.

Ein nächster Halt machen wir bei der «Piazza Maggiore». Rund um den Hauptplatz wurden zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert mehrere repräsentative Paläste (z.B. der «Palazzo D’Accursio», «Palazzo del Podestà» oder der «Palazzo dei Banchi») sowie die Basilika «San Pertonio» erstellt.

Ein Blickfang ist auch der Neptunbrunnen, den die Einheimischen «der Riese» nennen. Der Dreizack der über 3 Meter hohen Brunnenfigur ist im Logo der Automarke Maserati wiederzufinden.

In Bologna locken unzählige Geschäfte aller Art unter Arkaden zum «Lädele» und Shoppen. Wir fahren kreuz und quer ein paar dieser Strassen ab und steuern dann den «Giardini Margherita» an. In dieser grosszügigen grünen, Lunge geniessen wir wärmende Sonnenstrahlen und die Ruhe. Wobei auch hier sind viele Spaziergänger, Jogger und «Hündeler» unterwegs.

Auf fast durchgehend markierten Radwegen kommen wir wieder zurück zum Camping. Das Wetter hält sich gut und so kommt der Grill mal wieder zum Einsatz.

______________

Hurra, hurra, der Lenz ist da; astrologisch, astronomisch, meteorologisch! Wir verlassen Bologna und auch die Region Emilia-Romagna und fahren durch einen Teil der 50'000 km2 grossen Po-Ebene. Auf den Hauptstrassen kommen durch viele Dörfer und vorbei an fruchtbaren Feldern in der Region Lombardei. Entlang der der Strecke sichten wir tatsächlich einen Biber und einen Fasan.

Unser Übernachtungsort liegt unweit des Flusses Po bei Cremona. Der Camping funktioniert vollautomatisch d.h. das Check-in und Check-out wird an einem Automaten (ähnlich einer Parkuhr) erledigt.

 

Am internationalen Tag des Waldes (21.03.2019) wollen wir uns natürlich auch in der Natur aufhalten und so starten wir zu einem ausgedehnten Spaziergang. Auf ruhigen Wegen wandern wir zum Po und zu diversen kleinen Seen, die sich mehr als Tümpel erweisen.

 

Überall blühen Sträucher und lassen kein Zweifel zu, dass der Frühling da ist. Als wir dann noch einen kleinen Hasen im Dickicht entdecken, wissen wir, dass auch die Ostertage näher kommen.

Cremona ist die «Hauptstadt» der Geigenbauer (u.a. Familie Stradivari). Der «Torrazzo» (Turm) des Doms misst 112 Meter und ist ein unverkennbares, weit sichtbares Wahrzeichen der Stadt.

______________

Und weiter geht’s Richtung Schweiz. Zwischen 10.00 und 11.00 Uhr ist eine gute Zeit für die südliche Umfahrung der Grossstadt Mailand. Die Maut auf der Autostrada kostet uns lediglich EUR 1.30 und für einen weiteren Abschnitt zahlen wir EUR 1.40. Ansonsten cruisen wir wieder durch die oberitalienischen Ortschaften und nähern uns so dem Lage Maggiore. In der Ferne sichten wir die verschneiten Berggipfel.

Unterwegs kommen wir zum ersten Mal in die Situation, dass uns der Lenker eines «Pannenfahrzeuges» anhalten will. Der gute Mann steht am Rand der Gegenfahrbahn und winkt genau uns wie verrückt! Alles nur fake!

In Lesa lassen wir uns auf dem Camping «Solcio» nieder und freuen uns über den sonnigen Freitag. Im Laufe des Nachmittags geniessen wir den feinen Raclette-Käse, den uns Gregor und Käthy in Arezzo geschenkt haben. Dolce Vita vom Feinsten!

______________

Die typischen Klänge der nahen Kirchen lassen uns um halb acht aus den Federn hüpfen. Ein prächtiger Tag kündet sich an und so sind wir schon um neun Uhr mit den Velos unterwegs.

Nach ein paar Kurven durch das Dorf beginnt der steile Anstieg hinauf nach Massino Visconti. Unterwegs kommen wir an der malerischen Kirche «San Giorgio e San Giovanni Battista» vorbei.

Mit jedem Höhenmeter wird der Blick auf den Laggo Maggiore grandioser.

Kurz nach Brovello wollen gerade den Abzweiger nehmen um auf den «Monte del Falò» zu gelangen, als bei Andy’s Bike das Hinterrad kein Gripp mehr hat. Ein platter Reifen, zum ersten Mal nach gut 3'200 km!

Wir beschliessen, nach einer Werkstatt oder Tankstelle zu suchen. In der kleinen Ortschaft Graglia Piana kommen wir bei einer privaten Garage vorbei, wo auch Velos und Motorräder stehen. Wir sprechen den Mann an, der gerade an einer Art Werkbank arbeitet. Er erkennt sofort unser Anliegen und startet den Generator. Zwar können wir den Pneu wieder aufpumpen, doch bei der Weiterfahrt ist die Luft schnell wieder draussen.

Also kehren wir auf dem schnellsten Weg zurück zum Camping und verbringen den frühlingshaften Tag auf dem Platz. Das fällt uns nicht schwer, denn am Strand gibt’s Liegestühle mit bester Sicht und viel Unterhaltung durch die bunte Gästeschar. Jede Parzelle ist belegt und für viele Camper ist es das erste Wochenende der Saison.

______________

Nun heisst es Abschied nehmen von der Alpensüdseite. Bei herrlichstem Wetter reisen wir vom Lage Maggiore Richtung Simplonpass. Bis zur Landesgrenze kommen wir nochmals in den «Genuss» der holprigen italischen Strassen.

Beim Zoll in Gondo lässt man uns ohne irgendwelche Kontrolle in die Schweiz einreisen. Kurz nach der Passhöhe machen wir Halt und trinken einen selbstgemachten Kaffee mit grandiosem Blick auf die Walliser Alpen.

Dann kurven wir hinunter ins Rhonetal und überqueren dabei auch die eindrückliche Brücke über das Gantertal. Der Verkehr rollt sehr flüssig, obwohl die äusseren Bedingungen nochmals viele Wintersportler auf die Piste locken.

Kurzentschlossen besuchen wir das Städtchen Aigle. Wir finden einen geeigneten Parkplatz und können so unbeschwert zum Château d’Aigle spazieren.

Das Schloss ist von Weinbergen und einem gepflegten Quartier mit historischen Häusern sowie einer Kirche umgeben.

Das alte Gemäuer beherbergt u.a. ein Weinmuseum und gibt Einblick in die Geschichte der Region.

Dann geht’s weiter an den Genfer See. Hier werden wir schon erwartet und dürfen unser Womo auf dem Grundstück von Hampi und Kwanta abstellen. Die beiden verwöhnen uns mit einem köstlichen, thailändischen Znacht und einem feinen Tropfen aus der Region.

Von Vevey aus erkunden wir die Region per Rad, nachdem der platte Reifen fachmännisch repariert wurde. Ein Ausflug führt ins in die bekannte «Lavaux». Ein stark kupierter Radweg verläuft durch die terrassierten Weinberge oberhalb des Genfer Sees. Die Aussicht ist einmal mehr fantastisch. Von Lutry aus radeln wir dann gegen eine teilweise starke Biese dem See entlang zurück.

Am nächsten Tag geht’s dann Richtung Montreux. Am Seeufer blüht es in allen Farben und Kunstwerke schmücken die Beete und Rabatten. Die Region putzt sich bereits für die grosse «Fête des Vignerons» heraus.

Nächste Halte machen wir beim Schloss «Chillon» und dann beim Camping «Les Horizons Bleus» in Villeneuve, wo wir auch schon genächtigt haben.

Dann besuchen wir das Naturschutzgebiet «Les Grangettes» bei der Rhonemündung. In Le Bouveret drehen wir nach einer Apfelpause im Hafen wieder um und fahren auf gleichem Weg zurück.

Nach genau 362 Tagen sind wir nun also wieder in der Schweiz. Es wird viele Wiedersehen und Umarmungen geben. Wir freuen uns, von unseren Erlebnissen in den vergangenen zwölf Monaten zu berichten.

An dieser Stelle danken wir allen, die auf irgendeine Weise mit uns in Kontakt geblieben sind und sich bei uns gemeldet haben. Besonders haben wir uns über die diversen Treffen unterwegs mit Verwandten, Freunden und Bekannten gefreut!

Wir wünschen allen einen traumhaften Frühling!

 

Und hier noch die dazugehörende Statistik zum 1. Jahr "andy & kate on tour":

Anzahl Übernachtungen

 

370

Anzahl besuchte Camping-/Stellplätze

 

152

Gefahrene Kilometer mit dem Womo

 

25'822 km

Diesel-Verbrauch

 

2'311 Liter

Durchschnittlicher Diesel-Preis in EURO

 

EUR 1.353

Durchschnittlicher Diesel-Verbrauch pro 100 km

 

8.7 Liter/100km

Durchschnittsgeschwindigkeit

 

63 km/h

Durchschnittlich gefahrene Kilometer pro Tag

 

69.8 km/h

Effektive Fahrzeit am Steuer

 

406:44 Std

Gefahrene Kilometer mit den e-Bikes

 

3'289 km

 

Unsere Route vom 18. - 31. März 2019

Distanz Siena - Sempach: 1'206 km (total 25'822 km)

Mit dem Bike unterwegs: 114 km (total 3'289 km)

 

Drucken

e-Mail