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Montag, 1. Juli 2019, wir gehen den neuen Monat ruhig an, denn in der letzten Nacht wurden wir jäh aus dem Schlaf gerissen. Um 01:00 Uhr ging erstmals unser Gas-Alarm los. Wir waren beide sofort wach und öffneten die Fenster. Doch Gasgeruch konnten wir nicht ausmachen. Draussen war alles ruhig. Also gehen wir von einem Fehlalarm aus, schalten das Gerät mal aus und gehen ins Bett zurück.

Unsere heutige Velotour starten wir bei bedecktem, aber trockenem Wetter. Doch nach ein paar Meilen entlang dem «Loch Linnhe» entleert sich der Himmel schon wieder und wir ziehen die Regenkleider über.

Nach rund 20 km erreichen wir den Ort «Glenfinnan» am «Loch Shiel». Das Parkplatzchaos lässt uns kalt, denn für unsere Räder finden wir immer einen Platz.

Über einen schlammigem Pfad steigen wir ein paar Meter hoch zu einem «Viewpoint». Vor den aggressiven «Midges» schützen wir uns mit Spray. Mit den vielen Touristen versuchen wir uns zu arrangieren; wir gehören ja auch zu denen, die sich eine gute Aussichtsposition wünschen.

15:00 Uhr: alle Kameras, Mobilephones und Augen gucken erwartungsvoll auf das 380 Meter lange Bauwerk mit 21, bis zu 30 Meter hohe Pfeilern.

Doch es vergeht noch eine gute Viertelstunde bis dann endlich «The Jacobite» über das «Glenfinnan-Viadukt» tuckert. Eine schnaubende Dampflokomotive zieht den Zug mit winkenden Touristen über die Stampfbetonbrücke, die 1901 in Betrieb genommen wurde.

Klick auf das Bild um den Zug über das Glenfinnan-Viadukt fahren zu sehen!

Die attraktive Bahnstrecke verläuft zwischen Fort William und dem Küstenort Mallaig und diente früher vor allem der Fischindustrie. Das geschwungene Viadukt diente bei diversen Filmen als Kulisse.

Ein paar Minuten später folgt dann schon der Gegenzug und danach bewegen sich die Menschenmassen wieder ins Tal hinab.

Die Rückfahrt führt wieder über die «A830» (Road to the Isles). Die Fahrt fordert grösste Konzentration und Aufmerksamkeit, denn es herrscht viel Verkehr. Die Hauptreisesaison rückt unverkennbar näher.

 

Nun reisen wir schon 66 Wochen in unserem «akrumobile» durch Europa. Herrlich!

Auch am dritten Tag will sich «Ben Nevis», der höchste Berg von Schottland, nicht zeigen. Der Gipfel ist in Wolken gehüllt. Na, dann eben nicht.

Die heutige Strecke sind wir grösstenteils schon auf der Schottlandtour 2014 gefahren. Sie führt uns durch das «Glen Coe». Das Tal und die anschliessende Hochebene ist ein Touristenmagnet und die Strassen entsprechend stark befahren.

Bei einem der zahlreichen Aussichtspunkte brauen wir uns einen Kaffee und geniessen das heisse Getränk. In dieser Zeit fahren unzählige Cars den Parkplatz an, lassen die Passagiere für einen Fotostopp aussteigen, um dann fünf Minuten später wieder weiter zu düsen.

Die «A82» ist entlang vom «Loch Lomond» teilweise recht schmal. Vor einer Verengung bei einer Brücke halten wir extra an, um den Gegenverkehr passieren zu lassen. Dennoch touchiert ein extrem hohler Womo-Fahrer unseren rechten Rückspiegel und fährt einfach weiter. Zum Glück ist nicht viel passiert, ärgerlich und vor allem ungehobelt ist das dennoch.

Ohne weitere Probleme erreichen wir Balloch am Ende des Sees und auf dem schönen «Lomond Woods Holiday Park» checken wir um die Mittagszeit ein.

Nach einem kleinen Zmittag schlendern durch das Städtchen. Auf dem Fluss «Leven» scheint es mehr Schiffe als Wasser zu geben.

Die meisten Freizeitboote liegen vertäut an den Stegen und warten auf den nächsten Einsatz.

Im späteren Nachmittag setzt sich die Sonne immer mehr durch und verbreitet angenehme Wärme. So können wir seit längerem mal wieder ein Bierchen in der Gartenbeiz trinken.

 

Am Mittwoch, 3. Juli 2019 ziehen wir in Schottland weiter in südlicher Richtung. Glasgow umfahren wir über teils kurvige und holperige Strassen. Anscheinend teeren britische Unternehmen lieber die Fahrbahnen in Mitteleuropa als im eigenen Land. Doch wir erreichen die «M77» ohne Stau und kommen gut voran.

Nach etwa dreiviertel der rund 170 km langen Strecke parken wir das Womo bei der Ruine einer Benediktinerabtei. Die heute sichtbaren Mauern der «Crossraguel Abbey» stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Allerdings ist derzeit alles eingerüstet, so dass wir vom kostenpflichtigen Besuch der Anlage absehen. Wir trinken den obligaten zweiten Kaffee und setzen dann die Reise fort.

Bei Girvan erreichen wir dann wieder das Meer. Die Fahrt entlang der Küste ist herrlich, zumal heute die Sonne scheint und das Thermometer fast 20 Grad anzeigt.

Unser Ziel liegt in Stranraer am «Loch Ryan». Nach dem Einkaufen freuen wir uns über einen sonnigen Nachmittag mit einem Grillschmaus auf dem «Aird Donald Caravan Park». Auf dem schönen Gelände fühlen sich nebst Campern auch zahlreiche Vögel wohl u. a. ein lauthals kreischender Austernfischer.

 

Nach einer Tour durch die Fussgänger- und Einkaufszone von Stranraer packen wir kurz vor dem Mittag unsere sieben Sachen und machen das «akrumobile» startklar.

Beim Einchecken im Hafen von Cairnryan wird das Wohnmobil von Sicherheitspersonen innen und aussen kontrolliert, wenn auch nicht so genau. Zudem werden wir gefragt, ob wir Waffen mit uns führen...

Nachdem wir alle Kontrollen erfolgreich passiert haben, dürfen wir uns in der Reihe «8» anstellen. Bis zur Abfahrt bleibt noch Zeit, einen leichten Lunch zu essen.

Pünktlich um 13:30 Uhr verlässt die Fähre die schottische Küste. Die Bedingungen sind günstig, kaum Wind und daher auch wenig Wellengang. So erreichen wir nach zwei Stunden Larne in Nordirland wohlbehalten.

Etwas Geduld braucht es, bis wir dann wieder vom Schiff abfahren können. Doch unser Platz auf dem «Carnfunnock Caravan Park» ist vorgebucht und so haben wir keine Eile.

Dank warmem, windstillem Wetter schmeissen wir den Grill an und sind glücklich über das erste Nachtessen auf der «Grünen Insel».

 

Heute ist ein gemütlicher Spaziergang angesagt. Der erste Abschnitt führt über den «Carnfunnock Woodland Walk». Der Wald ist dicht und weitgehend sich selbst überlassen.

In der Ortschaft Ballygally hat man sich der Biodiversität verschrieben und so spriessen am Strassenrand bunte Blumen.

Sehenswert ist auch das «Castle» und der dazugehörige Park. Das 1625 erbaute Anwesen ist heute ein elegantes Hotel und eine beliebte Heiratslokation. Die Räumlichkeiten sind einladend und gemütlich und so gönnen wir uns hier ein sehr teures, aber durchaus leckeres Kaffee.

Zurück geht’s entlang dem Meer.

Zuerst gibt’s noch einen Gehsteig, dann müssen wir vorsichtig entlang der Strasse gehen. Doch wir schaffen das!

Auf dem Gelände rund um den Camping besuchen wir noch eine Art Irrgarten und einen wunderschönen Garten. Gemütlich wandeln wir durch den «Flower Garden», den «Butterfly Garden» und den «Time Garden», wo verschiedene Sonnenuhren stehen.

Den Tag lassen wir wiederum mit einem leckeren Essen (Würste, Knoblauchbrot und Rührei vom Grill sowie einem vitaminreichen Salatteller) und einem Glas Rotwein ausklingen.

 

Nun merken wir, dass die Feriensaison voll im Gange ist. Gestern haben die andern Camper und ihre Kinder erst spät zur Nachtruhe gefunden. Deshalb haben wir auch bis nach acht Uhr geschlafen.

Auf der «A2» cruisen wir gemütlich entlang der Küste bis Ballycastle. Hier wechseln wir auf die «A44», die uns zu «The Dark Hedges» führt. Die Baumallee der «Bregagh Road» ist weltberühmt und deshalb auch gut besucht. Nachdem sich ein paar Cartouristen wieder verziehen, können wir den speziellen Ort geniessen. Zum Schluss fahren wird mit dem «akrumobile» durch den ungewöhnlichen «Baumtunnel».

Nach knapp 30 weiteren Kilometer erreichen wir Portrush. Der britische Badeort im «County Antrim» hat zwei herrliche Strände, die angebliche grösste Diskothek Irlands, einen der ältesten Golfclubs von Grossbritannien sowie einen riesigen Campingplatz mit aber nur fünf Plätze für «Tourer». Einer davon ist für uns reserviert.

Dann tauchen wir in das Gewusel der umtriebigen Stadt ein. Das sonnige und warme Wetter lockt viele Leute nach draussen. In der Nähe des Hafens besuchen wir zuerst ein kleines, maritimes Museum und geniessen dann den Blick auf das tiefblaue Meer.

Nebst vielen Ramschläden und Spielhöllen entdecken wir auch eine Art Eisenwarenhandlung, deren Angebot uns mal wieder fasziniert. Wir brauchen nichts, dennoch lassen wir es uns nicht nehmen, die Auslage zu bestaunen.

Heute können wir noch lange gemütlich draussen sitzen.

 

Und auch der Sonntag verspricht viel Sonnenschein, recht warme Temperaturen, doch auch ein stetiger Wind. Beste Bedingungen also einige Schönheiten der «Causeway Coast» zu besichtigen.

Mit dem Fahrrad als Transportmittel ersparen wir uns das Suchen eines Parkplatzes und überrissene Parkgebühren.

Zuerst besuchen wir die Ruinen des mittelalterlichen «Dunluce Castle». Die Lage auf einem Felsvorsprung zwischen Portrush und Portballintrae ist atemberaubend und aussichtsreich, aber auch gefährlich. 1857 sank vor der Burg das Schiff «Exmouth», welches Auswanderer nach Québec bringen sollte.

Über den Besuch der «Giant’s Causeway» haben wir einige Artikel und Empfehlungen gelesen und daraus unsere eigene Variante entwickelt. Das wenig gelobte Informationszentrum und den Touristentransportbus lassen wir aus. Bei einem Zugang zum Wanderweg ketten wir unsere Räder an den Zaun der Schafweide und ziehen dann zu Fuss weiter.

Das UNESCO-Weltkulturerbe ist beliebt und wird entsprechend belagert. Vom Klippenweg aus blicken wir in die Tiefe auf das Meer, den Strand und die sagenhaften Basaltsäulen; 40'000 sollen es sein.

Dann steigen wir über Steintreppen hinunter zu den Steinformationen.

Die senkrechten Säulen sind durch die langsame Abkühlung von Lava entstanden. An manchen Stellen ist die Naturschönheit so von Leuten belagert, dass sie kaum zu sehen ist. Schade, aber wir sind ja auch den Teil der Masse.

Wir suchen uns einen ruhigen Platz und stärken uns mit einem kleinen Picknick. Zum Glück übertönt das Rauschen des Meeres den Lärm der Besucher.

Wesentlich gemütlicher geht’s beim «Dunseverick Castle» zu und her. Allerdings stehen hier nur noch zwei Mauern, nachdem 1978 ein Wohnturm ins Meer stürzte. Über einen teilweise steilen, schmalen Pfad gelangen wir zuerst an einen kleinen Strand und dann hinauf auf die Halbinsel, wo wir wieder eine herrliche Meersicht haben.

Bei den «White Rocks» ist das Strandleben voll im Gang, trotz einer Wassertemperatur von nur gerade mal 12 Grad Celsius. Uns interessiert doch viel mehr die tolle Felsküste und wir können uns kaum sattsehen.

Bereits zwei Kilometer vor Portrush staut sich der Verkehr auf der «A2». Aufgrund eines Golfturniers, dass in den nächsten Tagen stattfindet, herrscht jetzt schon Chaos in der Ortschaft. Wir überholen die geduldsgeprüften Autofahrer auf dem Gehweg bzw. Radstreifen und kommen so zügig nach Hause.

Heute gibt es viele Eindrücke und Fotos zu verarbeiten...

 

Unsere Route vom 1. - 7. Juli 2019

Fort William - Portrush: 452 km

Mit dem Bike unterwegs: 39 km

 

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