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Das Hochdruckgebiet hält auch noch am Montag, 15. Juli, an, wenigstens am Vormittag. Deshalb machen wir uns rechtzeitig bereit und starten zu unserer Wanderung auf den «Knocknarea». Das Aussehen des Berges erinnert uns an eine Mischung von «Rigi» und «Flimserstein».

Zuerst geht’s wenig spektakulär entlang der Strasse. Dann folgen wir dem «Queen Meave Trail», der anfangs über Landwirtschaftsgebiet führt und dann in einem dichten Wald weitergeht. Ab jetzt steigen wir über hunderte von Stufen hinauf und gewinnen immer mehr Aussicht.

Weit unten erkennen wir unser «akrumobile» am Strand.

Der Berg ist eine Kultstätte aus dem Neolithikum. Der oberste Teil ist ein Haufen von losen Steinen. Das Begehen dieses Hügels ist heutzutage verboten, denn die Grasnarben wurden von den Besuchern schon zu stark zerstört.

Anfangs sind wir zusammen mit ein paar Schafen ganz alleine hier oben und umrunden den magischen Ort. Auf alle Seiten öffnen sich schöne Landschaftsbilder.

Dann treffen immer mehr Leute auf dem Gipfel ein. Darunter auch ein Ire, der nun in Sydney wohnt. Der gesprächige und freundliche Herr ist mit einer Frau aus dem Schwarzwald verheiratet und weiss viel zu erzählen. Beim Abstieg auf demselben Pfad kommen wir noch mit einem Ehepaar mit Hund aus dem nahen «Ballyshannon» ins Gespräch. Sie loben das heutige aussergewöhnlich schöne Wetter und die warmen Temperaturen.

Nach knapp 10 km und 320 Höhenmeter in den Beinen kehren wir mit ein paar Einkäufen zurück und bereiten uns ein Mittagessen vom Grill zu. Die Wolken werden schon wieder dichter und die Sonne macht sich rar. Das Hoch schwächelt also schon wieder.

 

Nun geht’s mal Weg vom Meer an einen bzw. zwischen zwei Seen. Die Fahrt unterbrechen wir zweimal.

Einen ersten Halt machen wir in Knock. Auf dem grossen, praktisch leeren Parkplatz sind Wohnmobile nicht erwünscht. Na, dann parken wir halt wie viele andere mitten im Dorf an der Strasse.

Knock hat sich voll und ganz der Wallfahrt verschrieben. Neben Lourdes und Fátima gilt die Anlage als bedeutendstes Marienheiligtum. Rund 1,5 Millionen Gläubige sollen jährlich hierher pilgern. Dafür steht eine imposante Infrastruktur zur Verfügung u.a. eine Basilika mit Platz für 10'000 Besucher/innen. 1986 wurde sogar der «West Airport Knock» eröffnet, damit der Wallfahrtsort besser erreichbar ist.

Wir schlendern durch die gepflegte Grünanlage, trinken einen «Latte» und staunen über das vielfältige Angebot der Souvenirläden.

Bei Ballinrobe packen wir noch ein paar Lebensmittel in den Einkaufswagen und verstauen dann die Leckereien im Fahrzeug.

Nach total 123 km kommen wir in Cong im «County Mayo» an und stellen unser «akrumobile» auf den Campingplatz vor Ort.

Das Dorf liegt zwischen dem «Lough Corrib» (der grösste See von Irland) und dem «Lough Mask». Auf einem Rundgang durch Cong kommen wird am «Ashford Castle», einem der besten 5-Sterne-Hotels von Irland, vorbei.

Die «St. Mary’s Church» steht mitten im Wald der Schlossanlage; doch die Tür ist verschlossen.

Von der im 12. Jahrhundert gegründeten Augustiner-Abtei stehen noch ein paar Mauern. Leider ist der moderne Bau der Kirche «Saint Mary of the Rosary» aus unserer Sicht wie die Faust aufs Auge.

Eine Augenweide hingegen ist die anschliessende Parkanlage und die Überreste von «Monk’s Fishing Hut».

Die engen Strassen der Ortschaft sind nicht nur mit bunten Blumen, sondern auch mit farbenfrohen Häusern geschmückt. Und auch das Wetter zeigt sich noch immer versöhnlich; mal gucken, was die nächsten Tage diesbezüglich so abgeht ...

 

In der Nacht hat der angekündigte Regen eingesetzt und bis nach dem Mittag angehalten. Wir nutzen das nasse Wetter zum etwas länger schlafen, gemütlich frühstücken, lesen und einen Film über das Ningaloo Reef zu gucken (also Vorfreude auf Australien).

Zudem bereiten wir uns ein etwas aufwendigeres Omnia-Mittagessen zu: Kartoffel-Weisskohl-Gratin mit Käse und Rahm sowie Poulet.

Diese Kalorien verbrennen wir dann wieder mit einer fast 30 km langen Radtour. Die Strecke führt über teils stark befahrenen Strassen. Auf den Nebenstrassen ist etwas ruhiger, dafür werden wir von Mücken umschwärmt. Ist auch kein Wunder, denn auf der Insel «Inishmicatreer» wohnen vorwiegend Schafe und Kühe.

Die sattgrünen Weiden (logisch bei so viel Regen) sind von traditionellen Trockensteinmauern umgeben.

Wir radeln entlang von kleinen Siedlungen mit hübschen strohgedeckten «Cottages» und Häusern, die schon bessere Zeiten hatten.

In der Nähe von Cong statten wir dann noch einem der «Glebe- oder Nymphsfield Steinkreise» einen Besuch ab. Die Bikes lassen wir bei einer Mauer stehen und steigen über den offiziellen Zaunzutritt. So gelangen wir auf eine gut gedüngte Wiese, doch es ist der einzige Zugang zum Steinkreis.

Die Anlage ist kaum unterhalten; ein umgestürzter Baum hat den rostigen Zaun zerstört. Da es in der Nähe kein Parkplatz gibt, verirren sich kaum Besucher hier her. Umso mehr gefällt es uns an diesem magischen Ort.

Zurück auf dem Platz heisst es dann die Räder und die Schuhe vom Dreck befreien, bevor wir wieder alles verstauen können. Dann geniessen wir eine warme Dusche und einen gemütlichen Abend.

 

Einen Teil der heutigen Fahrt geht wieder über den «Wild Atlantic Way». Meteorlogisch ist das Programm einmal mehr vielseitig, die Sonne scheint während es gleichzeitig regnet.

Galway lassen wir aus, im Wissen, dass es auch hier viele interessante Dinge zu bestaunen gäbe.

Wir bleiben den Küstenstrassen treu und cruisen entlang der Galway Bay. Bei der «Saint Patrick’s Church» bei Gaillimh rasten wir und stärken uns mit einem Koffeinschub. Im Gebiet «Burren» biegen wir bei Ballyvaughan auf die sehr schmale «R477» ab.

Das Karstgebirge reicht bis ans Meer und punktet mit kuriosen Felsformationen sowie einer eindrücklichen Steilküste. Leider ist es nur an wenigen Stellen möglich anzuhalten, doch wir planen in den nächsten Tagen ja noch weitere Ausflüge in der Gegend.

Der «Nagle’s Camping & Caravan Park» liegt unweit des Doolin Pier. Von hier aus verkehren Fähren auf die touristischen «Aran-Inseln».

Wir richten uns ein und nehmen die «Laundry» in Beschlag. Die saubere Wäsche ist wieder eingeräumt und wir gerade frisch geduscht, als mal wieder ein kurzer, aber heftiger Schauer niedergeht. In solchen Momenten sind wir immer glücklich, dass wir mit einem Womo und nicht mit einem Zelt unterwegs sind.

 

19. Juli 2019: nach einer weiteren Wäscherunde und Zopfteig kneten, erkunden wir Doolin. Das Dorf hat zwei Teile; in «Fisher Street» stehen bunte Häuser mit dem üblichen «Mitbringsel-Angebot».

Im sogenannten «Upper Part» (Roadford) besuchen wir eines der bekannten Pubs. Das «McDermott’s» ist urchig und hat eine lange Tradition, auch als Musiklokal.

Das schmucke Fischerdorf und die umliegenden Sehenswürdigkeiten ziehen viele Touristen an. Entsprechend gross ist das Verkehrschaos. Als Fussgänger bahnen wir uns den Weg zurück zum «akrumobile».

 

Sturm und Regen in der Nacht und ein kreischender Vogel am frühen Morgen läuten das Wochenende ein. Wir warten noch einen erneuten Regenguss ab und steigen dann in die Wanderschuhe.

Zuerst geht’s entlang der Strasse und nachher über den schmalen «Burren Way» dem Atlantik entlang. Die «Cliffs of Moher» erstrecken sich über acht Kilometer und gelten als die steilsten Klippen von Irland.

Die Szenerie ist gewaltig. In den Felsnischen entdecken wir Möwen mit ihren Jungtieren. Auf den saftigen Wiesen oberhalb der Klippen grasen Kühe und Pferde (zum Teil mit Ponyfrisur ...).

Allerdings ist die Naturschönheit äusserst beliebt. Rund um den «O’Brien’s Tower» sind die Menschenmassen kaum auszuhalten. Die Gäste werden mit unzähligen Cars herangekarrt.

Doch es gibt einen guten Grund, dass wir uns hier aufhalten. Am Nachmittag kommt es hier zu einem freudigen Wiedersehen mit Carmen. Sie bereist zusammen mit ihrer Familie eine Woche lang die grüne Insel und wir waren in den letzten Tagen per SMS im Kontakt. Im gut besetzten Restaurant finden wir einen freien Tisch und können uns bei einem erfrischenden Getränk austauschen.

Nachdem wir uns wieder verabschiedet haben, wollen wir eigentlich mit dem Bus zurückfahren. Doch heute will es mit dem öV nicht klappen. Wir bekommen widersprüchliche Informationen betreffend Abfahrtszeiten und Tickets. Mit vielen andern warten wir eine ganze Weile in der Reihe, doch kein Bus in Sicht, was ärgerlich ist.

Also kommt Plan «B» zum Zuge und wir wandern die ganzen 8 km wieder zu Fuss nach Doolin.

Müde, aber zufrieden legen wir die Füsse hoch und lassen uns einen feinen Steinpilz-Risotto à la Andy schmecken.

 

Am Sonntag verlassen wir das «County Clare» und ziehen weiter südwärts. Wir wählen die Route ohne Fähre und durchfahren so Städte wie Ennis und Limerick.

Die Landschaft ist so abwechslungsreich wie das Wetter. In Adare rasten wir bei trockenen Verhältnissen auf einem womo-tauglichen Parkplatz und bereiten uns den zweiten Kaffee des Tages zu.

Adare soll mit seinen reetgedeckten Häuser und der «Holy Trinity Abbey Church» das schönste Dorf von Irland sein. Das zieht natürlich wiederum unzählige Besucher an und die Strassen sind entsprechend verstopft.

Nun sind wir im «County Kerry». Die Fahrbahnen sind recht breit und wir kommen gut voran. Schnellere Fahrzeugen lassen wir überholen, in dem wir ganz links fahren. Die Automobilisten danken es uns mit dem kurzen Einschalten der Warnblinkanlage.

Nach über 180 km treffen wir in Tralee (tralaa ... ;-)!) ein. Der Camping «Woodlands Park» liegt am Stadtrand, hat eine gute Infrastruktur, aber auch einen hohen Preis. Doch wir bleiben ja nur eine Nacht.

Schwarze Wolken künden nichts Gutes an. Kaum haben wir uns installiert, geht schon ein heftiger Schauer nieder. In unserem Wohnmobile ist es zum Glück trocken und gemütlich.

 

Unsere Route vom 15. - 21. Juli 2019

Strandhill - Tralee: 434 km

Mit dem Bike unterwegs: 30 km

 

 

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