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Genau vor einem Jahr staunten wir über die unglaublichen Naturschönheiten rund dem den «Preikestolen» in Norwegen. Den diesjährigen Schweizer Nationalfeiertag verbringen wir auf der grünen Insel.

Bereits sehr früh am Morgen kündet das durchdringliche Gurren einer Taube einen sonnigen Tag an. Doch wir finden nochmals Schlaf und starten so ausgeruht in den neuen Monat.

Je näher wir uns Dublin nähern, desto dichter wird der Verkehr. Die Autobahnen rund um die irische Hauptstadt werden teilweise auf drei Spuren ausgebaut, denn die Gegend boomt weiterhin. Trotz einigen Baustellen verläuft unsere Fahrt staufrei und gegen Mittag erreichen wir den «Camac Valley Tourist Caravan & Camping Park».

Die recht grosszügigen Parzellen sind von Hecken umgeben und lassen ein gemütliches Ambiente aufkommen; genau richtig für ein traditionelles 1. August-Raclette vom Grill.

 

In der näheren Umgebung von Dublin wohnt fast ein Drittel der irischen Bevölkerung. Entsprechend gross ist auch der Pendlerverkehr. Der Bus Nr. 69 sollte um 08:45 Uhr abfahren, kreuzt jedoch mit rund 20 Minuten Verspätung an unserer Haltestelle auf. Doch dann geht’s zügig Richtung Zentrum. Der Fahrer des Doppelstöckers drückt voll auf die Tube und touchiert dabei immer wieder die Bäume entlang der Strasse.

Die Innenstadt und die Sehenswürdigkeiten können zu Fuss erkundet werden. Mitten in der «O’Connell Street Lower» sticht «The Spire” (die Spitze) ins Auge. Die Edelstahlnadel steht seit 2003 und ragt 123 Meter in die Höhe. Der Anblick vom Fusse des Bauwerks aus, macht uns schwindlig.

Wir überqueren den Fluss «Liffey» und blicken dabei auf die «Ha’penny Bridge» (auch «Half Penny Bridge»).

Beim imposanten «Dublin Castle» fällt der «Record Tower» aus dem Jahr 1226 auf. Die Räume des Schlosses werden heutzutage für repräsentative Anlässe genutzt.

Bei Rundgang durch Dublin könnte man fast den Eindruck bekommen, dass die Stadt vorwiegend aus Shops und Pubs besteht. Im Bereich «Temple Bar» reiht sich eine Bar an die andere, wobei die meisten Lokale sehr auf Touristen ausgerichtet sind. Die «Grafton Street» ist eine von vielen Einkaufsmeilen mit unzähligen Läden.

Doch es gibt auch stillere Orte in der pulsierende Metropole. Dazu gehören einerseits der «Dublin Linn Garden» und dann vor allem der viereckig anlegte Park «St. Stephen’s Green». Hier treffen in- und ausländische Gäste auf Einheimische, die in der Grünanlage die Mittagspause verbringen.

Zum Besuch von Dublin gehört auch der Genuss eines Guiness. Das weltbekannte Ale wird ja bekanntlich in der Stadt produziert.

Unser Instinkt sagt uns, dass wir die Heimreise rechtzeitig antreten sollten. Wiederum warten wir eine ganze Weile auf den Bus bzw. den Fahrer. Bereits am Nachmittag sind die Strassen schon wieder verstopft mit PWs, Bussen des öffentlichen Verkehrs, Lastwagen, Transporter und Reisecars. Doch unserer cooler Chauffeur bringt uns sicher zum Camping zurück.

Wie bei vielen anderen Campern gibt’s auch bei uns heute wieder etwas vom Grill. Das warme und trockene Wetter lässt fast nichts anderes zu.

 

Am 3. August verlassen wir Dublin, ohne dabei ins grosse Verkehrschaos zu geraten und auch ohne Maut auf der «M50» zu bezahlen.

Die nächsten zwei Nächte verbringen wir südlich von Wicklow an der irischen Ostküste. Beim ersten Camping erklärt man uns knapp und bündig, dass kein Platz frei sein. Wir wissen, dass es wieder ein «langes Wochenende» («Bank Holiday») ist, doch schon beim nächsten Campingplatz können wir einchecken.

Das Wiesengelände des «Wolohan’s Silver Strand» ist riesig und liegt gleich oberhalb der Klippen. Die Infrastruktur ist äusserst knapp bemessen für so viele Gäste. Doch wir arrangieren uns, wie immer.

Zu denken geben uns allerdings jene Camper, die tatsächlich dem Auto von der Parzelle zum Toiletten-Dusch-Gebäude fahren. Und dies nicht etwa, weil sie gehbehindert sind, sondern weil sie schlicht und einfach zu faul sind. Für uns unverständlich, sorry.

Unterhalb der Steilküste erreichen wir über einige Stufen einen kleinen, aber sehr gut besuchten Strand. Kinder vergnügen sich im Sand und ein paar abgehärtete Schwimmer wagen sich ins Wasser.

 

Sonntag, 4. August: die Regenwolken, die sich während der Nacht entleert haben, verziehen sich am Morgen schnell. Doch dann tauchen plötzlich Nebelschwaden auf; ja ist den schon Herbst?

Die irischen Wetterkapriolen halten uns bekanntlich nicht auf und so steht einem Ausflug per Rand an den östlichsten Festlandpunkt der Republik Irland nichts im Wege.

Die Strasse zum «Wicklow Head» ist schmal und irgendwie nicht so offiziell. Auf der Landzunge befinden sich zwei Leuchttürme, die aber hinter Mauern und Zäunen stehen und nicht besichtigt werden können.

Dann besuchen wir den Hafen und das Zentrum von «Wicklow». Dabei entdecken wir ein sehr einladendes Café mit WiFi (auf dem Campingplatz geht diesbezüglich gar nichts). Die einheimischen Gäste des Nebentisches sprechen uns an und fragen, ob die e-bikes vor dem Lokal uns gehören. Und schon sind wir über die Räder wieder in einer spannenden Gesprächsrunde.

Der Nachmittag verwöhnt uns nochmals mit Sonne, angenehmen Temperaturen und ein paar gemütlich Outdoor-Stunden.

 

Unsere Irland-Rundreise neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Den letzten ganzen Tag auf der Insel wollen wir in den «Bergen» verbringen. Dazu stehen wir früh auf und fahren über teilweise sehr enge Strassen nach «Glendalough» (Tal der zwei Seen).

Bei ersten Parkplatz will man uns EUR 15.00 für das Womo abnehmen. Das ist uns definitiv zu teuer; wir wollen ja nicht übernachten. Etwas weiter hinten im Tal dürfen wir dann für EUR 4.00 parken.

Von hier ist es nicht weit zum «Upper Lake». Mit den steilen Flanken und steinigen Hängen erinnert uns die Landschaft an die Voralpen in der Schweiz.

Wir steigen auf knapp 300 m.ü.M. und bald öffnet sich ein herrlicher Blick auf den See. Auf dem Höhenweg sind kaum andere Wanderer unterwegs und wir geniessen die Stille im üppigen Wald.

Im Zickzack geht’s dann wieder in den Talboden hinunter. Hier herrscht «Rambazamba» und nervöse Touristen schwirren um den 33 Meter hohen Rundturm und durch die historische Klosteranlage. Doch bereits im 6. Jahrhundert als der Heilige Kevin die Eremitage gegründet haben soll, wurde der Ort zu einem beliebten Treffpunkt von Gläubigen.

Heute steht am Rande eines grossen Friedhofes noch die kleine Kapelle «St. Kevin’s Kitchen». Der Name rührt von dem niedrigen, runden Turm, der mehr an einen Kamin als an einen Kirchenturm erinnert.

Es versteht sich von selbst, dass wir sehr froh sind, die frühen Morgenstunden für den Besuch genutzt zu haben. Bei unserer Abfahrt ist nun auch der hintere Parkplatz fast voll und rund um das Besucherzentrum herrscht Grossandrang.

Vor uns stehen noch weitere 116 km Fahrt, die uns u.a. durch dunkle Baumtunnels führen. Die Bäume und Büsche auf beiden Seiten der Strassen sind so hoch und dicht, dass wir fast um unser Womo fürchten müssen.

Bei Arklow wechseln wir dann auf die Autobahn und kommen in den Genuss, auf einem ganz neuen Streckenabschnitt der «M11» zu fahren. So werden einige Dörfer von der Durchfahrt entlastet, anderseits musste auch wieder Kulturland geopfert werden.

Unser Übernachtungsplatz liegt auf dem Gelände des «International Outdoor Activity Centre (IOAC)» bei Tagot. Die Anlage ist soweit okay, doch der Preis ist wieder sehr teuer. Nun ja wir sind ja noch immer in der Hochsaison.

 

Am frühen Morgen treffen wir rund ums Servicehaus auf viele andere Campinggäste. Sie machen sich und die Fahrzeuge für die Abfahrt Richtung Hafen bereit. Und wir tun’s ihnen gleich.

Vor acht Uhr passieren wir den Check-in und stellen uns in die Wartereihe Nr. 20. Pünktlich legt die Fähre im Hafen von Rosslare ab. Die vier Stunden Überfahrt nach Wales verbringen wir mit Lesen, aufs Meer gucken und der Planung der nächsten Etappen.

In Pembroke können wir recht schnell von der riesigen Fähre abfahren. Dann braucht es allerdings etwas Geduld, denn die ganze Fährladung wälzt sich nun durch den Ort Pembroke Dock.

Unser erster Übernachtungsplatz in Wales liegt auf der «Trefin Campsite» im gleichnamigen Dorf. Der Weg dahin war schon wieder Nervenkitzel pur: enge, kurvige Strassen, die beidseitig mit Hecken gesäumt sind.

Die Rezeption ist mal wieder verschlossen und so stellen wir unser «akrumobile» auf einen Platz und richten uns ein. Etwas später taucht der Verwalter auf und wir können die Rechnung begleichen. Soweit alles in Butter und auch etwas Butter im Zopfteig ...

 

Es sind mal wieder die Vögel bzw. ihr Gezwitscher, die uns aus dem Bett holen. Noch vor dem Frühstück starten wir die erste Wäsche. Nach dem zweiten Waschgang packen wir die Räder und fahren los.

Wir radeln bis zur Küstensiedlung «Porthgain». Hier treffen wir einerseits auf viele Ausflügler, anderseits auf die imposanten Ruinen einer ehemaligen Backsteinfabrik und auf einen kleinen Fischerhafen.

Hier gibt’s sogar einen offiziellen Platz, wo wir unsere Velos anketten können. Dann steigen wir über ein paar Stufen und gelangen so auf den Küstenweg. Die Kulisse ist wieder traumhaft und hinter jeder Ecke wartet eine neue Aussicht auf das Meer. Die Küste ist stark zerklüftet und von rauer Schönheit.

Wiederum über eine steile Treppe gelangen wir an den Strand «Traeth Llyfn». Auf den von der Sonne gewärmten Schiefersteinen lässt es sich bestens rasten und wir beobachten das Strandleben.

Nach ca. 2 Meilen kommen wir zum «Abereiddy Tower». Die Turmruine steht auf einer Halbinsel und ist nur über einen abenteuerlichen Pfad zu erreichen; ganz nach unserem Geschmack!

Hoch über den Klippen staunen wir über die mutigen Männer und Frauen, die von Felsen in die «Blue Lagoon» springen. An der «Abereiddy Bay» sind wieder viele Leute unterwegs; kein Wunder, denn hier her gelangt man mit dem Auto.

Auf gleichem Weg kehren wir zu den Bikes und dann wieder zum Camping zurück. Nun haben wir Hunger und kochen uns was Feines.

Das war wieder ein Tag, wie es uns gefällt! Deshalb verlängern wir nach Rücksprache mit dem Verwalter unseren Aufenthalt bis am Freitag. Zufrieden und müde kriechen wir in unsere frisch gewaschenen Betten.

 

Die Sonne strahlt vom Himmel und unsere e-Räder sind bereit. Einem weiteren Ausflug an der walisischen Küste steht also nichts im Wege. Bereits gestern haben wir in der Ferne einen Leuchtturm ausgemacht und da wollen wir nun hin.

Die Fahrt zum «Strumble Head» in der Nähe von Goodwick ist äusserst abwechslungsreich. Die engen Strassen sind stark kupiert und von dicht bewachsenen Steinmauern gesäumt.

Wir kommen an weiten Feldern und Weiden vorbei, durchfahren Mischwälder und mitten im Nichts tauchen plötzlich blumengeschmückte Häuser auf.

Oberhalb der Klippen treffen wir dann wieder auf den Fernwanderweg «Prembrokeshire Coast Path» (total ca. 300 km), auf dem wir gestern ein paar Meilen gewandert sind. Das stattliche «Light House» steht auf einem Felsen vor der Küste. Die Brücke ist allerdings gesperrt und so bestaunen wir den Bau aus der Ferne.

Zum «Strumble Head» fährt sogar ein öffentlicher Bus und er bringt eine Ladung Passagiere zum Kap. Doch es sind längst nicht so viele Leute unterwegs wie gestern. Ob es wohl daran liegen mag, dass es hier keine Beiz gibt ...!?

Wir haben unsere Verpflegung wie meistens im Rucksack. Unseren Rastplatz müssen wir aber zuerst «erklimmen». Dazu radeln wieder auf 166 m.ü.M. und stellen die Zweiräder ab.

Dann geht’s noch ca. 40 Höhenmeter auf den Gipfel des «Garn Fawr». Hier oben haben wir eine prächtige Sicht auf das Meer und das Hinterland.

Nach einer stärkenden Apfel-Pause pedalen wir in den kleinen Hafenort «Aber Castle». Hier zieht ein uralter ein Boot aus dem Wasser. Über seinen CO2-Ausstoss wollen wir nicht spekulieren...

Das sonnige Wetter hält an und beschert uns einen gemütlichen Abend vor dem Wohnmobile mit einem feinen Risotto!

 

Die Wetteraussichten für den Norden von Wales sind wenig berauschend. Deshalb verlassen wir den kleinen, gemütlichen Campingplatz von Trevin in südöstlicher Richtung.

Unterwegs stoppen wir in Carmarthen, dem Hauptort der Grafschaft Carmarthenshire um einzukaufen. Rund um die Stadt herrscht dichtes Verkehrsaufkommen und wir kommen seit langer Zeit mal wieder in einen kleinen Stau. Kein Wunder, denn der Verkehr auf der zweispurigen Autobahn wird immer wieder durch Kreisel abgebremst.

Während die Landschaft eher wenig hergibt, zeigt sich das Wetter wieder von der abwechslungsreichen Seite. Doch als wir auf der «Gowerton Caravan Club Site» ankommen, werden wir mit Sonnenschein und freundlichen Worten der Verwalterin begrüsst. Sie betont mehrfach, dass wir dank der Club-Mitgliedschaft viel Geld sparen (was wir natürlich wissen, deshalb sind wir ja Mitglied!). Die Reduktion von £ 10.00 pro Nacht wirkt sich positiv aufs Reisebudget aus.

Am Nachmittag können wir noch draussen Kaffee trinken und lesen, bevor dann gegen Abend ein heftiger Sturm auffrischt.

Und auch in der Nacht rüttelt es fast ununterbrochen am Wohnmobile und Regen peitscht von allen Seiten ans Fahrzeug.

 

Der Samstag, 10. August beginnt auch trübe. Das gibt uns Gelegenheit, Planungs- und Büroarbeiten zu erledigen.

Nach dem Mittag hellt es etwas auf, der Wind bleibt aber mit bis 72 km/h stark. Wir wagen einen Spaziergang zu den Ruinen des «Loughor Castle» im gleichnamigen Ort. Die Anlage wurde ursprünglich als römisches Kastell errichtet und hatte danach verschiedenste Besitzer und Funktionen.

Unweit von der Ruine steht die Kirche «St. Michael’s» in mitten von uralten Gräbern.

Rein von den Temperaturen her würden wir es sehr gut draussen aushalten, doch was nicht niet- und nagelfest ist, fliegt uns um die Ohren. Einige Nachbarn kapitulieren vor dem Wind und bauen ihre Vorzelte ab. Es ist wirklich heftig, was hier abgeht. Hoffen wir, dass es nicht zu solchen Verwüstungen kommt wie in Luxemburg, wo gestern ein Tornado wütete.

 

Unsere Route vom 1. - 10. August 2019

Kilkenny - Swansea: 496 km

Mit dem Bike unterwegs: 59 km

 

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