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Auf der familiären «Woodspecker Meadow» werden wir von der Besitzerin mit den besten Wünschen für die Weiterreise herzlich verabschiedet.

Heute haben wir nur eine kurze Strecke bis nach Harwich zurückzulegen. Auf dem riesigen «Dovercourt Caravan Park» will man uns allerdings erst um 12:00 Uhr auf die Parzelle lassen.

Wir nutzen die Zeit für den Einkauf von frischem Brot und beobachten das ausgelassene Leben auf dem Camping. Der Platz ist äusserst beliebt bei Familien, denn es gibt viel Unterhaltung wie ein Restaurant, Spielhöhlen und ein Plauschbad im Freien. Eigentlich nicht unsere Welt, aber der Ort ist strategisch gut gelegen für die morgige Anreise zum Hafen.

Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang zum «South Hall Creek», einer Landschaft, die uns ans Wattenmeer erinnert.

Auch hier stehen entlang der Promenade bunte Badehäuser aus Holz.

Bis auf ein paar Nachtschwärmer ist die Nacht ruhig und das ist gut so, denn am Dienstag müssen wir früh aus den Betten.

 

Pünktlich um neun Uhr verlässt die Fähre der «Stena Line» den Hafen von Harwich. Vorher wurde unser Fahrzeug wiederum einer Zoll- und Sicherheitskontrolle unterzogen. Nach unserem Befinden fällt diese allerdings eher oberflächlich aus. Der Beamte steigt zwar ins Womo, öffnet kurz die Türe zum Bad und das war’s dann.

Zum Glück zeigen die Prognosen ruhiges Wetter an. So sollte einer entspannten Seereise nichts im Wege stehen. In unseren Rucksäcken haben wir Bücher, Laptop und frisch geschmierte Sandwiches, damit ist für Abwechslung auf der siebenstündigen Fahrt gesorgt.

Nach über drei Monaten in Grossbritannien und in der Republik Irland sagen wir «bye bye» ...

Die Ankunft in Hoek van Holland ist für 17:15 Uhr (MEZ) vorgesehen.

Für die Nacht auf Mittwoch haben wir uns einen Platz auf dem «Minicamping Zwetzone» in Wateringen reserviert. Er liegt keine 20 km vor Anlegestelle der Fähre entfernt.

Das klappt alles bestens. Bereits am niederländischen Zoll werden wir äusserst freundlich auf Deutsch begrüsst und dürfen nach einem kurzen Blick auf unsere ID-Karten einreisen.

Auch auf dem Camping am «Zwethkanaal» heisst uns die Verwalterin und ein hoch motivierter Vierbeiner (eine Art Sennenhund) willkommen. Dank der Vorbuchung bekommen wir einen Platz und schlafen seit längerem mal wieder unter dem Meeresspiegel.

 

Trotz hohem Verkehrsaufkommen kommen wir ohne Stau vorwärts und erreichen am Mittwoch, 21.8. gegen Mittag die niederländisch-deutsche Grenze. In Emmerich am Rhein steuern wir nach dem Einkaufen den Stellplatz im Yachthafen an.

Hier lösen wir das Ticket für den Platz und bekommen dadurch den Zugang zu den Toiletten und Duschen.

Im elektronischen Briefkasten finden wir eine Nachricht der Verwalterin des Minicamping, wo wir die letzte Nacht verbracht haben. Sie entschuldigt sich, dass gestern spät in der Nacht noch ein Womo neben uns geparkt hat. Sie hofft, dass es uns nicht gestört hat. Hier spürt man, mit welchem Engagement diese Familie den Camping betreibt und für die Zufriedenheit der Gäste sorgt.

Bei herrlichem Sommerwetter gibt’s heute mal wieder Fisch vom Grill. Und auch unsere Nachbarn (Schweizer, Deutsche, Niederländer) brutzeln draussen diverse Köstlichkeiten, so dass sich verschiedenste Düfte über dem Platz verbreiten.

 

Heute ist mal wieder ein Kultur-Natur-Trip per Rad angesagt. Dabei pendeln wir zwischen Deutschland und den Niederlanden hin und her.

Zuerst geht’s an den nahen Rhein. In der Nähe von Spijk können wir den regen Schiffsverkehr auf dem Fluss gut beobachten.

Die Gegend ist auch bekannt für die Produktion der roten Backsteine, die hier für den Bau der Häuser verwendet werden.

Dann radeln wir zur Stiftskirche «St. Vitus» bei Hochelten. Hier öffnet sich ein schöner Blick auf den Rhein und die Ebene. Bei einem Aussichtspunkt kommen wir mit einen Ehepaar (sie 83-, er 86-jährig) aus NL-Doetinchem ins Gespräch. Sie erzählen aus den Kriegsjahren, wo er im Alter von 12 Jahren jeweils mit dem Fahrrad nach Elten fuhr. Der Platz hat deshalb eine grosse Bedeutung für die beiden.

Genau wie die Stadt Emmerich wurde auch die Stiftskirche in zweiten Weltkrieg bombardiert. Danach wurde sie wiederaufgebaut und gilt nun als nördlichste romanische Kirche in Deutschland.

Der Ort Elten gehört zur Gemeinde Emmerich am Rhein und in den Strassen hört man deutsch und niederländisch. Am Marktplatz gönnen wir uns in einem Strassencafé einen «Cappuccino».

Dann geht’s hoch hinaus zum «Turm» auf dem Hulzenberg.

Über 104 Stufen steigen wir auf die Aussichtsplattform und geniessen den tollen Rundblick in alle vier Himmelsrichtungen. Für die Abfahrt wählen wir die offizielle «Down-Hill-Piste» und können es mal wieder richtig sausen lassen.

Als nächstes kommen wir beim «Schlösschen Borghees» vorbei. Das Herrenhaus liegt am Rande eines Waldes und ist von grossen Pferdekoppeln umgeben.

Zum Schluss statten wir der Ortschaft Emmerich noch einen Besuch ab. An der Rheinpromenade kommen wir an der Pfarrkirche «St. Martini» vorbei. Wie bereits erwähnt, wurde die Stadt 1945 grösstenteils zerstört. Deshalb gibt es hier kaum historische Bauten. Mit der längsten Hängebrücke von Deutschland (803 Meter) kann der Ort aber mit einem technischen Highlight punkten.

Der Campingplatz ist nun sehr gut belegt und wie die andern Camper suchen auch wir den Schatten unter der Markise. Wir sind sehr dankbar, dass uns nach den kühlen und nassen Wochen in Grossbritannien und Irland nun sonnige, warme Tage beschert sind.

 

Zu unseren Freunden in Schermbeck sind es nur ca. 60 km. Wiederum werden wir herzlichst begrüsst, diesmal zusätzlich vom neuen Familienmitglied der beiden. Bucks Bandido, ein spanischer Wasserhund, ist einfach herzallerliebst und geniesst die volle Aufmerksamkeit von allen.

Bei einem Kaffee tauschen wir unsere Reiseerlebnisse aus und debattieren über das Camperleben. Es sind viele Gemeinsamkeiten, die uns verbinden.

Nach einem feinen Zmittag führt uns Kurt per Rad durch die herrliche Umgebung. In Erlen steht die sogenannte «Femeiche», eine der ältesten Stieleichen in Deutschland. Die Angaben zum Alter des mächtigen Baumes gehen weit auseinander und reichen bis 1000 Jahre. Auf jeden Fall braucht er schon lange viel Unterstützung.

Dann geht’s kreuz und quer durch einen riesigen Forst. In der Gegend treffen wir auf stillgelegte Ziegeleien und auf noch immer aktive Unternehmen, die Lehm abbauen.

Obwohl wir viel durch ausgedehntes Waldgebiet fahren, macht die Fahrt durstig. Der schattige Biergarten des «Gasthof Pannebäcker» kommt da gerade recht. Anne bringt den Welpen mit Auto hierher, so dass wir gemeinsam eine Erfrischung geniessen können.

Nach einer Tour von 34 km kehren wir zurück und werden mit einem tollen Fischgericht verwöhnt. Bis spät in den Abend sitzen wir zusammen und lachen viel. Im Mittelpunkt steht aber eindeutig der aufgedrehte Bucks Bandido ...

 

Wie schon im Frühjahr dürfen wir vor dem Haus campen und werden am Samstagmorgen mit einem feudalen Frühstück verwöhnt.

Da die Sonne schon bald einheizt, suchen wir den Schatten im Garten. Beim Diskutieren und Spielen mit dem Hund vergeht die Zeit wieder sehr schnell; doch gegen Mittag wollen wir aufbrechen, denn wir haben noch über 190 km Fahrt vor uns.

Der Abschied fällt nicht leicht, denn diesmal ist es schwierig vorherzusehen, wann es ein Wiedersehen gibt. Auf jeden Fall bleiben wir in Kontakt!

Vom westfälischen Münsterland reisen wir in den westfälischen Kreis Lippe. Im Weiler Kempen liegt der Camping «Eggewald», wo wir uns für zwei Nächte installieren.

 

Am Sonntag fahren wir rechtzeitig mit den Velos los, denn es soll heute wir heiss werden. Mehrheitlich auf Radwegen geht’s durch Wälder, kleine Siedlungen und entlang von Feldern.

Einen ersten Halt machen wir bei den «Externsteine». Die Felsen aus Sandstein stehen im Teutoburger Wald. Rund um die markante Felsgruppe wurde eine parkähnliche Anlage mit einem Teich angelegt.

Auf einer stark kupierten Strecke erreichen wir die «Grotenburg», ein Berg auf 386 m.ü.M. (ein Tipp von Kurt und Anne). Hier ragt das «Hermannsdenkmal» über die Baumwipfel des Teutoburger Wald.

Mit einer Figurhöhe von 26.57 Meter ist das Deutschlands höchste Statue. Das Denkmal wurde zwischen 1838 und 1875 erbaut und soll an den «Cheruskerfürsten Arminius» erinnern. Rund um die Sehenswürdigkeit herrscht viel Betrieb; kein Wunder, denn in Nordrhein-Westfalen sind die Ferien bald zu Ende.

Praktisch auf demselben Weg radeln wir zurück zum Camping. Dann backen wir uns leckere Pizzen vom Grill und verfolgen die Kämpfe der «Bösen» am ESAF in Zug.

 

Unsere Route vom 19. - 25. August 2019

Clochester - Horn-Bad Meinberg: 497 km

Mit dem Bike unterwegs: 111 km

 

 

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