e-Mail 

                                      

Dichtestress zum Sommerbeginn! Mit den Wanderschuhen an den Füssen geht’s auf zu einer weiteren Tour oberhalb der Nordseeküste.

Anfangs ist noch alles ruhig und friedlich. Doch dann kommen die ersten Felsen in deren Flanken sich unzählige Vögel drängen. Es sind wieder die bereits bekannten Seevögel, die lauthals um die besten Nistplätze streiten.

Mit Feldstecher und Teleobjektiv lassen sich die Tiere bestens beobachten und manche scheinen sich ihrer Schönheit sehr bewusst zu sein.

Ein menschliches Gerangel herrscht dann rund um das Besucherzentrum «RSPB Bempton». Hier fahren die Leute mit dem PW oder dem Bus fast bis zu den Aussichtsplattformen. Alle drängen sich an die Geländer über den steilen Klippen und halten Ausschau nach den Papageientaucher. Doch vergeblich, denn den putzigen «Atlantic Puffin» scheint der Rummel zu gross zu sein.

Etwas abseits der Massen hocken sie dann wieder auf den Felsvorsprüngen und zeigen ihr buntes Antlitz.

Weniger scheu sind kleine Insekten, die uns auf dem Rückweg belagern. Ganze Schwärme steuern auf uns zu und setzen sich auf die Haare, die Haut und die Kleider. Zum Glück stechen die Dinger nicht und sobald wir den Küstenweg verlassen, sind sie auch wieder weg.

Menschen, Vögel, Insekten, von allem wurde uns heute viel beschert. Erstaunlich ruhig hingegen ist es auf dem Campingplatz. Die meisten scheinen ausgeflogen zu sein und einige sind schon abgereist. Zu erwähnen ist noch, dass wir auch hier die einzigen ausländischen Gäste sind.

 

Am Sonntag 2. Juni ziehen wir ein ganzes Stück weiter Richtung Norden. Der Verkehr ist in beiden Richtungen recht dicht, doch wir kommen gut voran.

Bereits um halb zehn erreichen wir die Ruinen eines ehemaligen Klosters bei Whitby. Die Anlage wurde 657 n. Chr. als sogenanntes Doppelkloster, also für Männer und Frauen gegründet. Heute stehen noch ein die Mauerresten aus dem 13./14. Jahrhundert.

Rund um die historische Stätte gedeihen in einem Garten farbenprächtige Blumen.

Von hier aus geniessen wir einen herrlichen Blick auf den Ort Whitby, die Mündung des Fluss «Esks» sowie das Meer.

Noch bevor die grossen Besuchermassen auftauchen, fahren wir weiter. Beim zweiten Anlauf klappt es dann auch mit dem Auftanken von Gas. An der ersten gelisteten Tankstelle gab’s leider keine LPG-Zapfsäule.

Östlich der Stadt Newcastle upon Tyne unterqueren wir dann den Fluss «Tyne». Das kennen wir zwar von Norwegen, doch es ist und bleibt ein komisches Gefühl. Für die Tunnelfahrt zahlen wir £ 1.80.

Auch beim Suchen eines Campingplatzes braucht es heute zwei Anläufe. Beim «Old Hartley Caravan Club» im gleichnamigen Ort sind nur Clubmitglieder willkommen. Die nette Dame an der Rezeption würde uns zwar ausnahmsweise einen Platz geben, doch £ 41.00 (inkl. Zuschlag) für eine Nacht sind uns definitiv zu teuer. Da kann uns auch die schöne Sicht auf das «St. Mary’s Lighthouse» nicht locken. Der 38 Meter hohe Leuchtturm steht auf einer Gezeiteninsel und dient heutzutage als Museum.

So steuern wir den 12 Meilen entfernten «Sandy Bay Holiday Park» an. Hier können wir uns mit Meerblick £ 17.00 eine Nacht niederlassen. Damit sind wir zufrieden.

 

Zum Wochenbeginn (3. Juni 2019) sind wir früh on the road. So früh, dass der Parkplatz des «Warkworth Castle’s» noch nicht geöffnet ist. Da es für unser Fahrzeug keine Parkalternative in den engen Strassen des Städtchen gibt’s, cruisen wir weiter.

Als wir beim «Alnwick Garden and Castle» sind, geht gleich ein Schauer nieder. Es soll nicht der letzte sein heute, doch wir sehen von einer Besichtigung der Touristenattraktion ab.

Uns zieht es nach Schottland! Bei den «Marshall Meadows» überqueren wir die Grenze mit einem herrlichen Blick auf das Meer.

Die Aussicht wäre auch beim «Pease Bay Leisure Park» fantastisch. Doch die Zufahrt wird immer steiler und schmaler. Nach einer Erkundungstour zu Fuss, stellen wir fest, dass der Platz nicht für «Tourer» ausgelegt ist. Immer mehr Campingplätze vermieten lieber fest installierte Hütten als Parzellen.

Ein paar Meilen vor dem Ort Dunbar haben wir mehr Glück. Dank unserer Mitgliedschaft beim Camping and Caravanning Club weißt uns die freundliche, doch recht resolute Verwalterin einen Platz mit Meerblick zu.

Mit wetterfester Kleidung machen wir uns zu einem Spaziergang entlang der Küste auf. Der erste Regen lässt nicht lange auf sich warten. Doch es dauert nur kurz, bis die Sonne wieder scheint. Das «Barns Ness Lighthouse» ist in privater Hand und kann so nur von aussen besichtigt werden.

Ebenfalls auffallend ist das Kernkraftwerk «Torness». Der wuchtige Bau will irgendwie nicht in die Landschaft passen, doch ohne Strom geht auch hier nichts.

Wir kehren gerade wieder nach Hause zurück, als der Himmel erneut die Schleusen öffnet. Dieses Tagesgangwetter wird ins nächster Zeit wohl begleiten.

 

Der starke Wind hält die ganze Nacht an und rüttelt kräftig an unserem «akrumobile». Doch morgens um ca. 4:30 Uhr geht schon wieder die Sonne auf und beschert uns einen recht freundlichen Tag.

Zu Fuss wandern wir ins über 4 km entfernte Städtchen Dunbar (Council Area East Lothian). Die lange Geschichte der «Dunbar Parish Church» beginnt im Jahre 1176. Das aktuelle Antlitz erhielt die Kirche nach einem Brand 1987.

Die «Hight Street» bildet das Zentrum des Ortes. In teils historischen und geschützten Gebäuden sind Restaurants und Läden aller Art untergebracht. In einem der vielen Lokale trinken wir den obligaten zweiten Kaffee.

Hinter dem «Lauderdale House» öffnet sich dann der Blick aufs Meer, die wenigen Überreste des «Dunbar Castle» und ein Loch im Felsen.

In den beiden Häfen liegen einige Fischerboote und über eine Zugbrücke erreichen wir die Gedenkstätte «Lamer Island Battery».

Auf dem «John Muir»-Trail (schottisch-amerikanischer Naturphilosoph, geb. 1838 in GB-Dunbar, gest. 1914 in US-Los Angeles) geht’s dann weitgehend entlang der Küste zurück zum Camping. Der teils schmale Pfad führt über weite Strecken durch den Golfplatz. Doch dank gegenseitiger Rücksichtnahme bekommen wir keinen Ball an den Kopf.

 

Zur Wochenmitte zeigt sich das Wetter grau in grau. Zeit also die Zelte hier abzubrechen und weiterzureisen. Da es immer leicht nieselt oder regnet, fahren wir weitgehend auf der Autobahn «A1».

Edinburgh umfahren wir südlich. Die schottische Hauptstadt haben wir bereits anlässlich einer früheren Reise besucht. Zudem macht es wenig Sinn, mit einem Womo in einer Grossstadt umher zu kurven.

Den Fluss «Firth of Forth» queren wir über die relative neue Brück «Queensferry Crossing» und erreichen so die «Central Lowlands». In der Nähe von Kirkcaldy shoppen wir mal wieder ausgiebig (Food, Nonfood und Diesel).

Der «Balbirnie Park Caravan Site» bei Glenrothes liegt in einem schönen Park mit vielen, alten Bäumen. Auch ohne Reservation dürfen wir unser Lager für drei Nächte hier aufschlagen.

Heute kommt erstmals feiner schottischer Räucherlachs auf die Teller. Das ist mal wieder lecker.

 

Leichte Bewölkung, Sonnenschein, dunkle Wolken ... das ganze Wetterprogramm hat uns auf der Radtour am 6.6.2019 begleitet. Doch über die ganze Strecke von 58 km fällt kein Tropfen Regen.

Wir erkunden die Gegend rund um «Loch Leven». Die Route führt über viel befahrene Strassen, sumpfige Pfade, schöne Radwege und zwischen Hecken und Mauern über weite Felder.

Auf dem Süsswassersee mit einem Umfang von 16 km gibt es zahlreiche Inseln. Auf einer stehen noch die Ruinen des «Loch Leven Castle». Hier wurde Maria Stuart in den Jahren 1567/1568 gefangen gehalten.

Von einem Aussichtspunkt beim alten Friedhof haben wir eine prächtige Sicht auf das Gewässer.

Gut versteckt in einem riesigen Park liegt das «Kinross House». Das Herrenhaus gilt als eines der schönsten seiner Art in Schottland. Das stattliche Anwesen ist aber in privater Hand und kann nicht besichtigt werden. So müssen wir uns mit einem Blick durch das verschlossene Tor begnügen.

Das Städtchen Kinross liegt verkehrsgünstig an der Autobahn «M90» und bietet einige Infrastruktur. In einem Gartenrestaurant serviert man uns einen leckeren, grossen Kaffee.

Dann geht’s weiter auf dem «Loch Leven Heritage Trail». Den Weg teilen sich Biker, Wanderer und ihre Vierbeiner. Unter der Woche ist das kein Problem, doch an sonnigen Wochenenden wird hier einiges los sein. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und friedlich. Seit 1964 ist «Loch Leven» ein Naturschutzgebiet und daher auch Winterquartier von Zugvögeln.

Zufrieden kehren wir zurück. Nun heisst es noch die Fahrräder laden und reinigen; die haben heute echt etwas abbekommen.

 

Nun wollen wir uns mal wieder einen «ruhigen» Tag gönnen. Beim ausgiebigen Frühstück beobachten wir ein hungriges Grauhörnchen, dass sich beim Vogelfutterplatz des Nachbarn bedient. Der freche Kerl öffnet den Deckel und kriecht kopfvoran in den Topf mit den Körnern. Wir rechnen schon damit, dass wir das gefrässige Tierchen aus dem Behälter befreien müssen. Doch er (oder sie) hat alles im Griff.

Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel und wir machen uns zu Fuss auf, um die nähere Umgebung zu erkunden.

Vorbei an einem Golfplatz kommen wir zu zwei prähistorischen Kultstätten. Sowohl bei «Balfang» als auch bei «Balbirnie» sind die Steinkreise nur noch andeutungsweise bzw. mit Markierungspfosten zu sehen. Die beiden Anlagen sollen bereits zwischen 2'900 und 1'400 v. Chr. als Versammlungsplätze und Grabstätten gedient haben.

Der Rückweg führt uns durch einen dichten Wald. Zwischen dem üppigen Grün blühen Rhododendren in Pink und Weiss sowie Ginster und Goldregen in Gelb. Immer mal wieder huschen kleine Hasen und Grauhörnchen über die Wege.

Gerade als wir uns mit einem heissen Kaffee vor dem Womo installieren, kommt wieder ein kühler Wind auf und Wolken schieben sich vor die Sonne. Zum Glück haben wir die warmen Morgenstunden für den gemütlichen Spaziergang genutzt. So kümmern wir uns am Nachmittag um «Büroangelegenheiten» und die Weiterreise. Zudem verfolgen wir den Tennismatch Federer gegen Nadal. Leider mit dem besseren Ausgang für den Spanier.

 

Es kommt auf dieser Reise selten vor, dass wir einen Ort anfahren, denn wir schon einmal besucht haben. Unser nächstes Etappenziel haben wir bereits auf der Schottlandreise im Mai 2014 erkundet. Doch Stonehaven ist uns in guter Erinnerung und liegt auf der Route nach Norden.

Passend zu den heutigen Geburtstagsfeierlichkeiten der englischen Königin in London wollen wir uns auf der «Queen Elisabeth Park Club Site» niederlassen. Bei unserer Ankunft sind die Schranken allerdings geschlossen und es beginnt zu regnen. Also warten wir zuerst im Auto und dann geordnet in der Warteschlage bis wir einen der begehrten Plätze erhalten.

Am Abend lässt der Regen nach. Auf einem sehr schmalen und nassen Pfad wandern wir zur «Cowie Chapel» bzw. was noch davon übrig ist. Die Aussicht auf die Küste und das Meer ist grandios.

 

Der Pfingstsonntag beginnen wir mit einem selbstgebackenen Zopf zum Frühstück und trockenem Wetter. Dann spazieren wir in den Hafen, wo alles noch ruhig ist.

Auf dem Marktplatz von Stonehaven versuchen einige «Händler» ihre Waren zu verkaufen. Bereits in England haben wir solche Flohmärkte beobachtet. Es sind vor allem gebrauchte Gegenstände, die feilgeboten werden.

Zurück auf dem Camping lassen wir noch Grauwasser ab und füllen den Wassertank auf.

Aberdeen (Europas Ölhauptstadt) umfahren wir grossräumig auf der Schnellstrasse A92. Dann steuern wir die Hafenstadt Peterhead an. Doch im grossen Hafen ist nicht viel los und so nehmen wir nach einem kurzen Halt die letzten Meilen nach Fraserburgh unter die Räder.

Auf dem «Fraserburgh Caravan Park» steht das «akrumobile» in der ersten Reihe. Wir freuen uns über den freien Blick auf die Nordsee und den schönen Strand. Herrlich!

Das Waschhaus ist frei und so nutzen wir die Gelegenheit, Sonntag hin oder her.

Den Nachmittag geniessen wir mit Lesen, Texten und Blog bearbeiten; alles bei fantastischer Aussicht.

 

Unsere Route vom 1. - 9. Juni 2019

Flamborough - Fraserburgh: 695 km

Mit dem Bike unterwegs: 58 km

 

Drucken

e-Mail